Tages-Archive: 19. Mai 2008
schaut’s derzeit im Garten aus. Teils weil das Unkraut schneller wächst als ich gesund werde, teils weil ich dort nicht allzu viel mache, wo demnächst umgebaggert wird. Morgen habe ich den Besprechungstermin beim Landschaftsgärtner. Ich hoffe, wir werden uns einig und es geht dann auch bald los.

Schopflavendel blüht derzeit wunderschön in der Kräuterspirale und das gleich in zwei Varianten

Aus der Nähe eine ausgesprochen reizende Blüte

Auch die kleinen Blüten des Purpurglöckchens sind eine Nahaufnahme wert

Im Vorgarten hat sich die im letzten Herbst plötzlich aufgetauchte filzige Blattrosette
nun tatsächlich als Fingerhut entpuppt

Digitalis purpurea – sieht auch schön aus

Im gleichen Farbschema bleiben die Blüten meiner Monatserdbeere “Pikan”
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Der Rote Fingerhut war 2007 “Giftpflanze des Jahres”. Wusstet ihr, dass er in seinen Blättern Kalium, Eisen, Kalzium, Kieselerde sowie Magnesium speichert und die abfallenden Blätter sich positiv auf das Wachstum benachbarter Pflanzen auswirken, da sie als Gründünger wirken. Dies lässt sich vor allem für Obstbäume, Tomatenpflanzen und Kartoffeln beobachten.
oder: Steht der Fingerhut in der vollen Sonne, dann richten sich alle seine Blüten nach Süden aus – ein hilfreiches Zeichen für den verirrten Wanderer, heißt es jedenfalls.
Dass der Fingerhut einen Bestandteil – das Digitalis – enthält, das gegen Herzschwäche hilft, ist noch gar nicht so lange bekannt. Möglicherweise war die Giftigkeit so eindeutig, dass die Volksmedizin lange Zeit die Finger vom Fingerhut ließ. Erst der englische Arzt William Withering griff 1775 auf ein altes Familienrezept zur Behandlung der Wassersucht zurück und behandelte mit Blättern des roten Fingerhuts erfolgreich Wasseransammlungen (Ödeme), die auf eine Herzschwäche zurückzuführen waren. Angeblich gestand ihm die Ehefrau eines seiner Patienten, dass sie auf eine Kräuterfrau zurückgegriffen habe. Allerdings – so behauptet es die Legende – wollte die Kräuterfrau ihm nicht Namen und Stand der Pflanze verraten. Zu den Pflanzenarten, bei denen man vergleichbare Wirkstoffe feststellte wie im Fingerhut, zählen das Maiglöckchen, der Oleander und die Christrose. Vor Selbstversuchen wird dringend abgeraten! Die Pflanze ist hochgradig giftig, bereits der Verzehr von zwei bis drei Fingerhutblättern kann tödlich enden.
Eine völlig unmedizinische Rolle spielt der Fingerhut im irischen Sagengut: Dort dient der Fingerhut dem Elfenvolk als Kopfbedeckung. Böse Feen sollen die Blüten einst als Handschuhe den Füchsen geschenkt haben, damit diese lautlos ihr Wesen in den Hühnerställen treiben konnten. Die Zeichnung der Blüten stammt daher passenderweise von den Fingerabdrücken der Unglück bringenden Feen.

