Unbekannter Pilz
Gestern Abend bin ich beim Rasenmähen noch über einen großen Pilz “gestolpert”. Bin im ersten Moment regelrecht erschrocken, weil ich dachte, ich hätte ein Tier im Gras mit dem Mäher überfahren. Der Hut ist gut und gerne 12 – 15 cm breit, hellbraun, nicht rund sondern eher etwas lappig. Ich habe den Pilz später gepflückt, seziert und fotografiert.
Von oben . . .
durchgeschnitten, gelbe Röhren . . .
Unterseite schwammartig (Röhren), rötlicher Stiel . . .
Druckstellen innerhalb kürzester Zeit tintenblau
Wer kennt diesen Pilz?
Es könnte sich um einen Schönfußröhrling (Boletus calopus) handeln, aber dafür erscheint mir der Hut zu flach. Ich habe mir das nur angelesen und wirklich keine Ahnung. Zunächst habe ich wegen der Blaufärbung unter den Tintlingen gesucht, dort aber nichts passendes gefunden. Vielleicht ist es ein Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron), der hat einen flacheren Hut. Wie auch immer – beide kommen nicht als Speisepilz in Betracht. Vor dem Versuch würde mich schon die Blauverfärbung warnen.
Klostergarten
Heute war ich zunächst in Seligenstadt, der Stadt am Main mit der Einhardbasilika und dem wunderbaren Kräutergarten. Über die Basilika und über Einhard, den Biografen Karls des Großen habe ich bereits im MainZauber Blog berichtet. Nun aber zum Kräutergarten.
Das ehemalige Benediktinerkloster in Seligenstadt zählt mit der die Abtei umschließenden, rund 700m langen Klostermauer zu den wenigen nahezu komplett erhaltenen Klosteranlagen in Hessen. Der Klostergarten oder auch Abteigarten genannt beherbergt unter anderem einen Apothekergarten mit Gewürzkräutern und Apothekerpflanzen, einen Conventgarten mit Gemüsekulturen, (sowie einen Mühlgarten mit Tieren, den ich wohl nicht entdeckt habe.) Doch ich war dort, aber es gab keine Tiere zu sehn.
Blick aus dem Klostergarten auf die Basilika
Als ich heute morgen bei strahlendem Sonnenschein in Frankfurt losfuhr, war ich mir nicht sicher, ob der Kräutergarten um diese Jahreszeit überhaupt noch reizvoll sein würde. Als dann an der Autobahnausfahrt Seligenstadt auch noch Nebel aufkam, hab ich mich echt gefragt, warum ich nur das schöne Frankfurt verlassen hatte. Kurz und gut: nach Besichtigung der Einhardbasilika riss der Himmel auf und beim Eintritt in den Klostergarten blieb mir der Mund offenstehn: wow – das ist ein Klostergarten vom Feinsten!

Das ist ein Grundriss bzw. eine Übersicht, in dem sich leider die Zweige eines Baumes gespiegelt haben. Ich hab ihn etwas aufbereitet, jetzt kann man es doch ganz gut erkennen. Der schwarze Pfeil zeigt den Haupteingang. Links liegen die Abteigebäude und außerhalb die Basilika. Am oberen Ende sieht man dann den großen und ausgesprochen schönen Kräuter- und Obstgarten (auch Rosen, Dahlien und andere Pflanzen).

Diese Sandsteinbalustrade mit ihren Putten trennt den oberen Teil des Kräutergartens (Apothergarten) vom unteren Teil (Konventgarten) und erinnert mich sehr an die barocke Anlage unseres Bolongaropalastes in Höchst. Nur dass dort seltsame orientalische Gestalten die Balustrade schmücken. Während im Apothekergarten sinngemäß im Wesentlichen Heilkräuter angebaut werden, ist der Konventgarten ein Ost-, Gemüse und Blumengarten.

Der Garten ist ausgesprochen gepflegt. Hier sieht man, dass nicht nur die Pflanzen alle Namensschildchen tragen sondern dass sie außerdem immer so zusammengepflanzt sind, dass sie einer bestimmten medizinischen Indikation entsprechen.

Diese prächtig blühende Pflanze in Gelb hat mich sofort interessiert, deshalb habe ich auch gleich das Schild nochmal separat fotografiert. Inzwischen habe ich gegoogelt: Cassia angustifolia oder Indische Senna wird als Abführmittel eingesetzt. Sieht man der lieblichen Blüte nicht unbedingt an. Immerhin > der Prophet Mohammed soll gesagt haben: „Haltet euch an Sennesblätter und Kümmel, denn beide heilen jede Krankheit, ausgenommen den Tod.“ Die Pflanze gehört zu den Johannisbrotbaumgewächsen.
Kermesbeere oder Phytolacca (schwach giftig)
Die Kermesbeere kenne ich vor allem aus der Homöopathie, wo sie bei Grippe (feuchtes Wetter), Rheuma und anderen Erkrankungen eingesetzt wird. Sie wird/wurde aber auch zum Färben verwendet (kermes = Rot, persisch).
In diesen Gärten blühte noch enorm viel und
entsprechend viele Insekten waren noch immer unterwegs.
Hochstammrose Ulrich Brunner, schöne Farbe, guter Duft
“Ulrich Brunner” ist nach einem Schweizer Züchter benannt und gehört zu den alten Rosen (1882), gilt als robuste Rose, remontierend mit starkem Duft (die steht schon auf meinem Wunschzettel!)
An den Klostermauern wuchsen übrigens noch jede Menge als Spalierobst gezogene Apfelsorten – fast rechteckig, was schon etwas merkwürdig aussieht. Ach ja – Äpfel! In den Beeten gab es überall reich tragende Apfelbäumchen, vielleicht 60-80 cm hoch aber mit dicken Stamm – irgendwie Bonsaibäumchen, die sich dadurch aber perfekt in die Kräuterbeete integrierten. Und dann – zum Main hin – eine ganze lange Wand voll mit Dahlien – der Wahnsinn!

Das soll genügen. Ich habe noch mehr Fotos gemacht und vor allem – “Blut geleckt”. Dieser Klostergarten wird mich in Zukunft noch öfter sehen. Eine halbe Stunde Autofahrt ist so schlimm wirklich nicht. Und dort kann ich mir für den eigenen Garten jede Menge Anregungen holen.
Gänsegeier?
Du lieber Himmel – ich dachte, sooo sehen nur Gänsegeier aus:

So eine Mauser muss doch was fürchterliches sein. Ich schätze, dass das alte Gefieder, das nun abgeworfen wird, auch fürchterlich juckt. Jedenfalls hat sich die Amsel ständig gekratzt, was man bei Vögeln in freier Natur auch selten sieht. Aber so ist das halt: was dem Menschen die Pubertät samt Akne, ist dem Vogel halt die Mauser.
Die Bluthänflingsdame scheint sich dagegen wohl zu fühlen.

Und auch meine englischen Rosen wollen es nochmal wissen, alle drei David Austin Rosen blühen wieder.
Hier die “Lady Emma Hamilton”

Mein absoluter Favorit an Neuanschaffungen ist in diesem Sommer/Herbst aber die Stockrose “Parkrondell”, obwohl sie mehr dem Hibiskusstrauch als der klassischen Stockrose ähnelt. Ein prächtiger Busch, der nun seit Wochen unermüdlich blüht.
Heute war nochmal ein absolut genialer Tag. Am Nachmittag wurde es für kurze Zeit drückend schwül und ich dachte, da kommt ein Gewitter – hat sich aber alles wieder verzogen. Wir haben jetzt nach 20 Uhr noch Temperaturen um die 20°C und ich habe praktisch den ganzen Tag in Sommerkleidung draußen verbringen können. Erst die Dunkelheit hat mich reingelockt, ich war nämlich zum Schluß am Lesen.
Tiergeräusche
Habt ihr schon mal ein Eichhörnchen kreischen gehört? Das klingt fürchterlich. Heute morgen saß ein Junges im Flieder und fürchtete sich ganz offensichtlich vor unseren Katzen. Eigentlich gab’s dafür nicht wirklich einen Grund, denn es hatte auch noch den Zaun direkt neben sich und unsere Katzen haben bei einem flinken Eichhörnchen keine Chance. Aber das wusste es wohl nicht und geriet total in Panik. Sowas habe ich noch nie gesehen und gehört. Erst keckerte es laut und schnell, lief total aufgeregt in den Ästen des Flieders hin und her und dann fing es tatsächlich an zu kreischen – aber wie! Diesen Laut habe ich noch nie gehört und hätte ihn auch keinem Eichhörnchen zugeordnet. Ich bin dann raus und habe die Katzen reingerufen und prompt machte sich das Kerlchen auch über den Zaun auf und davon.
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Danke für diesen Award, aber bitte keine weiteren.


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