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Oktober 2009
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Monats-Archive: Oktober 2009

Nun ist er

. . . wirklich da und lässt sich nicht mehr leugnen: der Herbst. Bis auf vereinzelte Rosen, die immer noch blühen und neue Knospen nachschieben, überwiegt jetzt der Anteil der Chrysanthemen, Astern, Gräsern und natürlich das Laub auf dem Rasen.

collpampas Bach und Teich dominieren Gräser und der üppige Stechapfel

carportHinten am Carport machen sich die bepflanzten Körbe richtig gut

* * *

Herbsttag

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Rainer Maria Rilke

hauseingangUnd auch am Hauseingang ist es inzwischen herbstlich geworden

dahlienRote Farbtupfer bringen die Dahlien in den Vorgarten

Gartenfreuden

15 Uhr 30 >>> Boah, ich seh total ätzend aus, hab einen barbarischen Hunger aber meine Gartenbuddelfreude endlich wieder gefunden, die mir mit dem Spätsommer bzw. beginnenden Herbst doch etwas abhanden gekommen war. Das Wetter hat sich nach den morgendlichen Regenschauern wieder gemacht und ich bin erstmal in den Vorgarten. Der hat es bitter nötig, weil er von mir doch in diesem Jahr ziemlich vernachlässigt worden ist. Einige Stellen waren nur noch voller Unkraut, dafür war an anderen alles in einander gewachsen, weil ich mit mehr Begeisterung als Wissen im letzten Jahr und auch davor alles mögliche gepflanzt hatte, was nun zu groß geworden ist. Jetzt habe ich ausgegraben, neu gepflanzt, verpflanzt und auch noch ein paar Zwiebeln dazu gesteckt sowie einige Alpenveilchen, die seit Wochen in ihren Minicontainer einfach so rumstanden. Es ist erst ein Teil des Vorgartens, aber wenn’s Wetter nicht zu garstig wird, mach ich die nächsten Tage weiter. Jetzt gibt es erstmal ein großes Stück Pizza. Ich hab noch nicht mal gefrühstückt heute morgen, stell ich fest. Und wenn ich mir ein Jäckchen drüber ziehe, kann ich die Pizza sogar noch auf der Terrasse in der Sonne essen *freu*. Und dann . . . ? Ja, dann mähe ich den restlichen Rasen noch fertig!

vorgarten1Ilex, Zaubernuss, Bartblume
Anemonen, Krokusse, Tulpen

vorgarten2Bartblume, Hosta, Skimmie
Alpenveilchen, Tulpen, Hyazinthen

Diese Fotos sind nur für mich gedacht und erheben keinen Anspruch auf besondere Schönheit. Wichtig war es mir, die Bartblume und die Skimmie zu trennen. Die waren total in einander gewachsen und zudem noch in das Geißblatt hinein. Die Zwiebelblumen werden blühen, bevor die Hosta wieder ihre Blätter ausbildet. Das ist gut so.

Letzte Meldung: 17 Uhr > alles fertsch , ich auch.

Caryopteris, die Bartblume hat mich mit ihrem starken Wachstum sehr überrascht. Und nachdem ich einiges über sie nachgelesen habe, wundere ich mich umso mehr, dass sie sich so toll entwickelt hat. An sich ist es eine Pflanze für einen trockenen Boden und trockenes, warmes Klima. Sie duftet auch ein bisschen wie Lavendel, wenn man sie schneidet. Aber Lavendel gedeiht bei uns auch an den unmöglichsten Stellen gut – ist schon erstaunlich. Ich bin ja ein sehr ungeduldiger Mensch, auch im Garten. Da sind Buchspflanzen zum Beispiel garnichts für mich. Ich bin schon am überlegen, ob ich meine zukünfigen Beete nicht lieber mit Lavendel einfasse. Der wächst viel schneller und sieht geschnitten auch sehr gut aus.

Herbstschnitt

laubhaufen Wie viele wohl noch in diesem Jahr? Rasenschnitte meine ich. Heute ist nicht so ganz das optimale Wetter, aber es muss sein. Es ist zwar angenehmer als gestern, weil nicht mehr so warm, aber es schauert dauernd zwischendurch. Zwei Drittel hab ich schon geschafft, aber nun ist mir das Gras doch zu nass. Die Mischung aber ist perfekt für den Kompost: einerseits der feuchte Rasenschnitt, andererseits das mitgenommene und vom Mäher gehäckselte trockene Laub. Nur die verharzten Schuppen der großen Zapfen nerven, weil ich nämlich nie Handschuhe anziehe. Immer wenn ich den Grasfangsack leere, hab ich den Babsch (hessisch für “das Klebrige”) an den Fingern. Sicher hängt das Zeug auch an den Messern, da hab ich noch nicht nachgeguckt. Das Mähen klappt noch ganz gut.  – nu kommt die Sonne wieder raus – das reinste Aprilwetter.

bussarde

Am Himmel kreischen heute mal wieder die Bussarde. Manchmal scheinen sie zum Greifen nah und ich würde mir wünschen, dass sich mal einer auf dem Dach des Nachbarn niederlässt. Tun sie aber nicht und ich kann sie auch kaum fotografieren. Sie fliegen unglaublich schnell.

ginkobaum

Aber dafür entdecke ich plötzlich in einem etwas weiter entfernten Garten einen Baum mit strahlend gelben Blättern, ein Gelb für das  ich inzwischen sensibiliert bin: tatsächlich es ist ein haushoher Ginkgobaum. Der war mir vorher noch nie aufgefallen. Ich habe mal gegen die Mittagssonne fotografiert – nicht so ganz das optimale Ergebnis.

Goldener Herbst

. . . im Eschborner Arboretum.

Nachdem ich heute Mittag für das ABC Projekt schon mein “U”r-Gestein im MainZauber Hauptblog eingefügt habe, folgen nun die restlichen Bilder für das Projekt 52 zum Thema “Goldener Herbst”.  So die richtig tolle Indian Summer Färbung scheint es in diesem Jahr nicht zu geben, dazu fallen schon zu viele Blätter. Irgendwie haben die Bäume ihre ganze Kraft in die Produktion ihrer Früchte gesteckt, habe ich den Eindruck.

hainbuche1An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen . . .

Mein Lieblingsbaum im Eschborner Arboretum ist also auch eine Hainbuche. Lieblingsbaum im Grunde nur deshalb weil er so toll aus dem Dunkel des Weges auftaucht. Der Weg durch den Ahornwald ist im Sommer wirklich ziemlich finster und dann öffnet er sich pötzlich und zur richtigen Tageszeit erscheint dann dieser Baum im Sonnenlicht.

araucarie1Die Araucaria verändert ihre Farbe wie die meisten Nadelbäume nicht

goldherbst1Das Arboretum hat viel von einem Landschaftspark im englischen Stil

pilzeHin und wieder wachsen jetzt auch Pilze in den Wiesen . . .

storchschnabel. . . und der blaue Storchschnabel ist im herbstlichen Braun-Gold-Grün der absolute Hingucker

rotbucheMal eine Rotbuche – keine Bucheckern mehr in den Fruchtkapseln

eiche. . . anders  bei den Eichen – Eicheln gibt es massenhaft.

Ich habe mal gelesen, dass Eicheln auch nur ein sehr bitteres Mehl ergeben, während Bucheckern ganz gut schmecken sollen. Deshalb werden Eicheln wohl nur in der Schweinemast eingesetzt. Feinschmecker scheinen die Schweine also nicht zu sein.

pimpernussDie Pimpernuss (Staphylea pinnata)

Die Pimpernuss gehört bei uns zu den seltenen Gehölzen und gilt auch in Südosteuropa zu den gefährdeten Gehölzen.

Die langen Blütentrauben können zu einer Süßigkeit kandiert werden. In den imposanten Blasenfrüchten sitzen kleine Nüsschen, die wie Haselnüsse aussehen und ähnlich wie Pistazien schmecken. Bekannt ist der daraus gewonnene Pimpernusslikör, der im Bayerischen Wald hergestellt wird. Der Pimpernuss wird eine aphrodisierende Wirkung zugesprochen.Getrocknete Samen der Pflanze, die auch gefärbt werden können, benutzte man früher zur Herstellung von Schmuck, vor allem von Ketten, zum Teil auch von Rosenkränzen (Quelle: Wikipedia)

ginkgoblattGinkgoblätter färben sich im Herbst leuchtend gelb

falter Das  Waldbrettspiel (Pararge aegeria)

Der einzige Schmetterling der auch mitten im geschlossenen Wald vorkommt, sofern eine kleine, besonnte Stelle vorhanden ist. Der Falter fliegt von April bis September/Oktober in mehreren Generationen. Er gehört zu den Edelfaltern, Unterfamilie Augenfalter.

Buchen

Kleiner Nachtrag: Also dank Sisah habe ich mich nochmal mit den Früchten der Hainbuche bzw. mit den Buchen überhaupt beschäfigt. Unsere Hainbuche (Carpinus betulus) ist mit der Rotbuche (Fagus sylvatica) nicht verwandt obwohl sie ihr ähnlich sieht (Blattform). Die Hainbuche gehört zur Familie der Birkengewächse und zur Unterfamilie der Haselnussgewächse (steht so bei Wikipedia).  Dementsprechend sagt man zu den Früchten der Hainbuche auch nicht Bucheckern sondern einfach nur Nüsse. Dass Birken und Haselnüsse mit einander verwandt sind, ist mir auch neu.

bucheckernGNU – Klick auf’s Bild führt zum Original

hainbuchenussGNU – Klick auf’s Bild führt zum Original

Die Hainbuche trägt auch den Namen Weißbuche oder Hagebuche.  Wir finden hier wieder die Bedeutung von “hain” und “hag” einmal als Einzäunung oder “hartes Holz”. Ich habe das mal am Beispiel des “Hagestolzes” erklärt. Auch das Wort “hanebüchen” nimmt dort seinen Ursprung.

Auszug aus meinem Blogeintrag vom 21.01.2008:

Das Wort “Hain” oder “Hag” ist heute außer in alten Ortsbezeichnungen fast verschwunden, durch das Wort Hecke ersetzt. Der Olivenhain, wie man ihn im Süden kennt, ist etwas anderes. In der deutschen Sprache war der Hain oder Hag eine Abgrenzung, meist durch dichtes Weidengeflecht und Dornengestrüpp. Der Begriff “Hexe” ist aus der Verkürzung des Wortes Hagazussa entstanden – Frauen die angeblich die Grenze zwischen “hier und dort” überwinden konnten. Meistens liest man dafür die Bedeutung “die, die auf den Hecken sitzen”, was aber die wirkliche Bedeutung nicht widergibt. Auch der “Hagestolz” hat den Ursprung im Hag oder Hain – Einer der sich abgrenzt oder ausgegrenzt wird. Lt. Wikipedia waren es im Mittelalter die Söhne ohne Erbrecht, denen nur ein kleines Anwesen zugesprochen wurde: “Demnach bezeichnet hagestalt ein kleines, in einem entfernten Winkel eines Grundbesitzes erbautes und mit einer Hecke umfriedetes Anwesen, meist eine Hütte, das der Bewohner vom Hoferben zur Verfügung gestellt bekam. Dieses Gehege war so bescheiden, dass der Inhaber in der Regel keine eigene Familie gründen konnte.”

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