Und weiter …
Verkauft werden die Kräuter für die Grüne Soße traditionell in einer Papierrolle und zwar ganz egal, ob man sie auf dem Markt kauft, im Discounter oder im Feinkostgeschäft. Der Lieferant steht drauf, der Inhalt und ein paar Rezepte. Man kann sie durchaus an den Seiten öffnen und reingucken, ob die Kräute auch noch frisch sind. Auf der Collage seht ihr die Verpackung und den Inhalt – dazu noch frischen Bärlauch aus meinem Garten.
Etwa ein Drittel des Inhaltes habe ich in den großen Becher meines Magic Maxx gegeben (ich liebe dieses kleine Gerät), dazu Bärlauch, Salz, Pfeffer, etwas Essig und etwas Kürbiskern- und Walnussöl. Dann einen Schuss Sahne, 2 TL Miracle Whip, etwas Senf und jede Menge Naturjoghurt bis der Becher voll war. Und dann los . . . nach einer Minute kräftigem Mixen hatte ich eine herrlich leichte Grüne Soße. In diesem Fall ohne jede Zugabe von hartgekochten Eiern – also gesund, schmackhaft, kalorienarm und reichlich. Ich werde mir heute Abend eine Schüssel grünen Salat machen und ein Ei hinein schneiden, darüber etwas von der Soße, das wird ein leckeres Abendessen. Für Pellkartoffeln wäre dieses Variante vermutlich etwas zu dünnflüssig. Aber man könnte einen Pellkartoffelsalat damit anmachen . . . oh, das bringt mich auf eine Idee!
Das Endprodukt – in natura sieht sie noch etwas grüner aus
Nun zum Borretsch – dem 3. Kraut, das ich hier vorstellen will
Das Schönste am Borretsch ist seine intensiv blaue Blüte
Borretsch (Borago officinalis) Blüten und Blätter
Der im Volksmund gelegentlich für diese Pflanze verwendete Name “Gurkenkraut” leitet sich vom angeblich charakteristischen Gurkengeschmack der Blätter ab. Im Volksmund trägt die Pflanze auf Grund ihrer auffallend blauen Blüten auch den Namen Blauhimmelstern. Die Blätter sind groß, lanzett- bis eiförmig, augesprochen derb und behaart (die Stängel sind ebenfalls behaart.) In den blauen Blüten steckt ein Farbstoff, der ähnlich wie Lackmus auf Säure reagiert und sich rot verfärbt. Deshalb kann man bei den Blüten auch durchaus rote oder zumindest rotviolette Variationen beobachten. Mit den essbaren Blüten kann man sehr schön Speisen dekorieren.
Borretschblätter werden in Salaten und als Bestandteile von Kräutersoßen verwendet. Sie enthalten allerdings lebertoxische Alkaloide, so dass man Borretsch nicht in größeren Mengen regelmässig essen sollte (das macht aber vermutlich aufgrund des rauhen Blattes sowieso niemand).
Interessant ist das aus den Samen gewonnene Borretschöl, das nicht lebertoxisch ist. Es wird daher in der Naturheilkunde als Nahrungsergänzungsmittel oder Hautpflegeöl ähnlich wie Nachtkerzen-Öl eingesetzt. Borretschöl ist das Öl mit dem höchsten Gehalt an Gamma-Linolensäure (ca. 20 %, zum Vergleich: Nachtkerzenöl enthält ca. 10 %, Hanföl ca. 3 % γ-Linolensäure). Es eignet sich hervorragend zur Pflege atopischer, z.B. neurodermitischer, entzündlicher Haut.
Borretsch kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wächst aber auch bei uns problemlos – um nicht zu sagen wie Unkraut. Hat er sich erst einmal versamt, ist er kaum noch auszurotten. Und weil die Blüten ja so hübsch sind, wird er sich immer versamen, wenn man ihn erstmal angebaut hat

Pulsatilla nach einem Regenguss
Aprilwetter ist das heute schon!
Grüne Soße
Im Mainzauber Hauptblog gibt es aktuell einen Spaziergang durch das neue Viertel am Deutschherrnufer in Frankfurt – unweit des Frankfurter Stadtteils Oberrad. An sich wollte ich mich ja nach Oberrad und auf die Suche nach dem “Grüne-Soße-Denkmal” begeben, aber irgendwie bin ich dann doch am Main hängen geblieben. Außerdem wusste ich nicht so recht, wo ich die Häuschen suchen sollte – Oberrad ist für mich Ausland. Aber vorstellen will ich euch dieses spezielle Denkmal trotzdem und dank Wikipedia gibt es sogar ein Bild davon (der Fotograf ist JPP).
Grüne Soße Denkmal in FFM-Oberrad
Das Denkmal besteht aus sieben kleinen Gebäuden, die an Gewächshäuser erinnern. Die transparenten Fensterflächen dieser Häuschen sind in unterschiedlichen Grün-Tönen ausgeführt. Sie sollen jeweils den Farbton eines der sieben Kräuter der Grünen Soße widerspiegeln. Auf dem Boden jedes der anlässlich der Einweihung 2007 begehbaren Gewächshäuser steht ein Schriftzug mit den Namen dieser Kräuter: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch.
Bei uns in Frankfurt erzählt man ja gerne, dass Frau Aja ( Catharina Elisabeth Goethe (* 19. Februar 1731 in Frankfurt am Main; † 13. September 1808, gebürtige Textor), also Goethes Mutter die Grie Soß erfunden haben soll. Das ist sicher eine Legende. Sie ist vermutlich eher auf französischen Einfluss zurück zu führen, eventuell mit den Hugenotten nach Deutschland gekommen. Es gibt unterschiedliche Rezepte dafür, aber im Grunde enthält sie neben den mehrfach erwähnten Kräutern noch hartgekochte, klein gehackte Eier, saure Sahne, Essig, Öl, Salz und Pfeffer. Darüber hinaus sind der Experimentierfreudigkeit keine Grenzen gesetzt. Ich selbst ersetze gerne einen Teil der sauren Sahne durch Joghurt, dadurch wird sie leichter. Wenn man die Soße zu hartgekochten Eiern ist, wird man nicht unbedingt noch welche in die Soße schneiden.
Neben dem großen Johann Wolfgang ist seine Mutter Frau Aja in Frankfurt auch immer irgendwie präsent. Sie muss selbst ebenfalls eine imponierende Frau gewesen sein. Im Frankfurter Palmengarten gibt es ein kleines Eck, den Apfelgarten der Familie Goethe. Dort steht eine leider nicht allzu gut erhaltene Skulptur von Frau Aja mit dem kleinen Johann Wolfgang Goethe.
So – und morgen als Nächstes geht es dann mit dem Borretsch weiter . . .
Gute Nacht erstmal
Schnittlauch
Das nächste Allerweltskraut, das in die Frankfurter Grie Soß gehört, ist der Schnittlauch. Meine Mutter war ein absoluter Schnittlauchfan und obwohl ich ihm als Kind nichts abgewinnen konnte, bin ich es inzwischen auch. Wenn ich im Winter nur für ein einziges Kräutertöpfchen Platz am Fenster hätte – es wäre der Schnittlauch, die urdeutsche Alternative zu Knoblauch und Bärlauch.
Schnittlauch (Allium schoenoprasum) mit Blütenknospe
Schnittlauchblüte
Bei Klick öffnet sich die Wikipediaseite (Quelle: Fornax)
Aus einer kleinen (o,5-1 cm) Zwiebel treiben röhrenförmige Laubblätter, die viele ätherische Öle enthalten, außerdem Vitamin C und Vitamin A. Schnittlauch, der nicht regelmässig geschnitten wird, blüht im Spätfrühling bzw. Sommer mit lilafarbenen kleinen Blüten, die in Dolden erscheinen auf harten Stängeln, die ansonsten den röhrenförmigen Blättern gleichen. Auch Schnittlauch wird wie die Petersilie am besten roh gegessen. Nur so kommt sein Geschmack voll zur Entfaltung.
Und Schnittlauch ist nicht gleich Schnittlauch. In Frankfurt-Oberrad gibt es eine Kräutergärtnerei (Fa. Klaus Jung) mit einer eigenen Schnittlauchseite, auf der gleich vier verschiedene Sorten angeboten werden – von Biggy bis Twiggy
Hier erfahren wir auch, dass Schnittlauch bei regelmäßigem Verzehr die Verdauung fördert und appetitanregend und bakterienhemmend wirkt. Außerdem stärkt es die Immunabwehr, die Atemwege, die Schleimhäute und die Bronchien. Das hat der Schnittlauch mit Zwiebel, Knoblauch und anderen Verwandten gemein, es sind die Lauch- bzw. Senföle, die diese Wirkung haben.
Viel mehr gibt es zum Schnittlauch nicht zu sagen. Wer’s noch nie probiert hat > so esse ich ihn am liebsten: 1 Scheibe frisches Vollkornbrot mit Butter bestrichen (alternativ Quark) und darauf kleingeschnippelten Schnittlauch und das nicht zu knapp.

Wer es gerne lieblicher hätte – im anderen Blog gibt es heute
Erdbeeren.
Hungrig
Ob es diese beiden sind, die ich heute morgen am neuen Vogelhäuschen beobachtet habe? Ich hatte schon befürchtet, dass ich den neuen Nistkasten aus Holzbeton doch zu spät angebracht hätte, aber die ersten neugierigen Besucher waren da. Und auch die Meisenknödel und Energiekuchen am Flieder werden noch gerne angeflogen. So wenig Wintergäste wie wir in den letzten Monaten hatten, ist noch reichlich übrig.
Das bissl Bewegungsunschärfe ließ sich bei dem schlechten Licht nicht vermeiden
( Blende 4,5 – 1/40 bei 92 mm Brennweite aus der Hand)
Frische Kräuter
Jetzt im Frühling grünt und sprießt es an allen Ecken und Enden. Gerne wird mit den ersten frischen Kräutern gekocht und dort, wo der Naturheilkunde der Vorzug gegeben wird, ist auch die “Frühjahrskur” in aller Munde. Ich war gerade auf einem interessanten Blog, der sich unter anderem auch den Kräutern widmet, bin dort aber auf einen mir persönlich nicht ganz einleuchtenden “Selbstversuch” gestoßen. Heiner probierte die frischen Blätter folgender drei Pflanzen als Tee aus: Frauenmantel, Lungenkraut und Bärlauch. Gefährlich ist das nicht, aber ich finde es auch nicht sehr sinnvoll.
{ Hier mal mein Kommentar dazu: Du kommst aber auch auf Ideen *lach* – Bärlauchtee! Ich denke, dass die Verwendung als Brühe beim Bärlauch doch tatsächlich sehr viel näher liegt. Bärlauch ist ein typisches Frühlingskraut mit einer leicht antibiotischen Wirkung, er wirkt entzündungshemmend, harntreibend und insgesamt tonisierend. Also bestens für eine “Frühjahrskur” geeignet, nur nicht unbedingt als Tee. Ich esse ihn sehr gerne kleingeschnitten in Quark auf’s Brot. – Der Frauenmantel – Alchemilla vulgaris – wird zwar in der Kräuterheilkunde als Tee verwendet, aber man nimmt nicht die Blätter sondern die Blüten dazu. Dann kann der Tee tatsächlich außer gegen Frauenleiden auch gegen Entzündungen z.B. zum Gurgeln eingesetzt werden. – Lungenkrautblätter wirken auf Grund ihrer Inhaltsstoffe tatsächlich gegen Erkrankungen der Bronchialorgane. Es ist ähnlich wie bei Heilwässern: Kräuter, die Arzneimittel ähnliche Wirkstoffe enthalten (ohne in erster Linie toxische Stoffe zu enthalten) kann man zwar auch als Tee mal trinken, aber man sollte sich damit eher zurück halten. Da viele dieser Kräuter sowieso Bitterstoffe enthalten, ist die Gefahr des übermäßigen Konsums aber eher unwahrscheinlich. Lieben Gruß – Elke }
Ich denke, man muss gerade beim Kräuterwissen das Rad nicht neu erfinden wollen. Kräuter wurden schon von den ersten Menschen im Selbstversuch erprobt und bis heute so oft getestet und beschrieben, dass man zumindest die hervorstechendsten Merkmale und Verwendungszwecke überall nachlesen kann. Klar – wer das möchte, darf auch gerne Bärlauch als Tee trinken – nur wozu?
Mich hat das nun auf die Idee gebracht, mal die Schlechtwettertage dafür zu nutzen, euch die Kräuter der Frankfurter “Grie Soß” vorzustellen und vielleicht auch anschließend ein paar bewährte Teekräuter.
In die “Frankfurter Grüne Soße“ gehören traditionell 7-9 Kräuter: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Ab und an wird auch Dill oder Löwenzahn hinzu gegeben.
Petroselinun hortense var. crispum
Fangen wir mal mit der Petersilie an (davon steht ein Töpfchen am Küchenfenster): Petersilie kennt so ziemlich jeder. Grundsätzlich unterscheidet man die Blatt- von der Wurzelpetersilie und bei der Blattpetersilie die krause Form von der glattblättrigen. Die krause Petersilie wurde als Kulturpetersilie gezüchtet, weil man die glattblättrige Form in der Natur mit der giftigen Hundspetersilie verwechseln kann. Petersilie wird fast ausschließlich im Rohzustand verwendet, der nicht sonderlich stark ausgeprägte Geschmack der enthaltenen ätherischen Ölen verschwindet beim Trocknen oder Kochen fast völlig. Der im ätherischen Öl enthaltene Inhaltsstoff Apiol bewirkt in höheren Dosen die Kontraktion von Gebärmutter, Darm und Blase. Deshalb war Petersilie früher zeitweise als Abtreibungskraut verschrieen. Tatsächlich sollten Frauen in der Schwangerschaft vorsichtig mit dem Genuß von zuviel Petersilie sein. Sebastian Kneipp verordnete Petersilie als wirksames Kraut gegen Wasseransammlungen im Körper.
Außerdem können in der Petersilie enthaltenen Furanocumarine in der Sonne Hautausschläge hervorrufen. Wir merken also schon bei einem Allerweltskraut wie der Küchenpetersilie, dass Kräuter nicht einfach nur Pflanzen zum Kochen und Dekorieren sind.
Ein anderer Bestandteil ist das Myristicin, das in der Leber in ein Amphetamin umgewandelt wird. In höherer Dosis sorgt es für eine gewisse Gelassenheit, für ein entspanntes Gefühl. Das Myristicin spielt auch in Colagetränken eine zentrale Rolle und es ist auch für den guten Ruf deutscher Wurstwaren von Bedeutung (hab ich gelesen Quelle: dradio).
Vor Jahren habe ich mal in einem algerischen Bistro einen Petersiliensalat gegessen. Da war ich erst sehr skeptisch, aber er schmeckte sehr gut und bestand außer aus den Petersilienblättern noch aus Radieschen und Minze war wohl auch dabei. Bekannt ist auch das/der Tabbouleh, ein Salat aus Burghul oder Bulghur (vorgekochte und gebrochene Weizenkörner) mit Zwiebel, Zitronensaft und verschiedenem Gemüse, sowie großen Mengen von Petersilienblättern und etwas frischer Minze.








Danke für diesen Award, aber bitte keine weiteren.




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