Tages-Archive: 1. April 2010
So, nach einem leckeren Mittagessen – Pellkartoffeln mit Grüner Soße, wie es sich für den Gründonnerstag gehört – geht es hier weiter mit den Bestandteilen der “Grie Soß”.
Kerbel (Anthriscus cerefolium) habe ich früher mal im Garten angebaut, aber irgendwie verwende ich ihn so selten, dass ich es wieder gelassen habe. Die Laubblätter sind zart, hellgrün und doppelt bis vierfach gefiedert und sehen somit vielen Garten- und Wiesenunkräutern ausgesprochen ähnlich :-( Und es gibt neben dem Gartenkerbel auch einen Wiesenkerbel. Der Wiesenkerbel hat einen etwas herberen Geschmack als der Echte Kerbel, mit einem leichten Aroma von Möhren. Er wird zum Würzen von Salaten, Quark, Wildkräutersuppen verwendet. Junge Blätter wurden früher außerdem zu einem Wildgemüse gekocht. Er kann allerdings leicht mit dem giftigen Gefleckten Schierling verwechselt werden.
Kerbel aus dem Grüne Soße Paket von gestern
(wie man sieht schon leicht angeschlagen, aufheben ist also nicht so ideal)
Kerbel ist ähnlich wie die Petersilie reich an Vitamin C, wird aber seltener roh gegessen sondern gilt als Suppenkraut. Es enthält außerdem Bitterstoffe und Zink und wirkt ebenfalls harntreibend und entwässernd. Im Altertum war der Kerbel eine wertvolle Heilpflanze. Man stellte aus ihm Augenwasser her oder verwendete ihn als Kompresse bei Augenentzündungen oder bei Blutgerinnseln. Man badete Frauen, die in den Wehen lagen, in einem Absud mit Kerbel. Er galt auch als eines der “Hexenkräuter”.
Als ich im letzten Jahr im Hessenpark die Kräuterwanderung mitmachte, wurden uns viele Wildkräuter vorgestellt, die sich manchmal in der Tat sehr ähnlich sehen. Vielleicht ist es nicht ganz so gefährlich Wildkräuter zu pflücken wie Pilze zu sammeln, aber ich wäre da wohl auch sehr vorsichtig. Ich erinnere mich da an die Ähnlichkeit zwischen der Wilden Möhre und wiederum dem Gefleckten Schierling, wobei die wilde Möhre diesen schwarzen Punkt in den Blüten hat . . . ich schweife ab.
Aus dem Kräuterbuch des Jacobus Theodorus Tabernaemontanus: “Es hat das Körffelkraut nicht ohne Ursach seinen Platz in der Küchen bey uns bekommen, dann es bey den Gesunden und Krancken zu jederzeit ohne einige Schaden in den Speisen nützlich mag gebrauchet werden. / … Körbelkraut in der Speiß oder sonst auf andere Manier gebrauchet, wie man immer will, ist dem Magen und Haubt gesund von wegen seines lieblichen Geruchs und Geschmacks. / … Es reinigt das Geblüt und machet lustig zu essen.” {Tabernaemontanus, eigentlich Jacob Theodor war ein Botaniker, Mediziner und Professor für Medizin und Botanik. Der Name Tabernaemontanus ist eine latinisierte Form des Ortsnamens Bergzabern, wo er geboren wurde. Er lebte und lehrte im 16. Jahrhundert in Heidelberg.} Ich schweife schon wieder ab . . .

Kresse kennt vermutlich jeder, zumindest bekommt man sie als Keimling heutzutage überall in kleinen rechteckigen Pappschächteln zum Kauf angeboten. Und es gibt kaum etwas Netteres als das Aussähen von Kressesamen, weil man beim Keimen und Wachsen praktisch daneben stehen und zuschauen kann.
Ich benutze immer irgendwelche flachen Verpackungen, in die ich einfach feuchten Küchenkrepp hinein lege, darauf den Kressesamen streue und innerhalb weniger Tage kann geerntet werden. Und überhaupt keimt Kresse auf allem, wie man hier sehen kann:
[Das Bild ist mit der entsprechenden Seite verlinkt, es ist gemeinfrei)
Es gibt aber gerade bei der Kresse ganz unterschiedliche Sorten. Und ich erinnere mich noch an ein AHA-Erlebnis vor vielen Jahren in Frankreich, als man mir dort einen Salat aus Brunnenkresse servierte. Der war scharf aber superlecker. Brunnenkresse (Nasturtium officinale) ist mit der Gartenkresse (Lepidium sativum) jedoch nicht verwand. Und dann gibt es noch die Kapuzinerkresse (Tropaeolum), die erstrecht einer anderen Art angehört. Essbar sind sie all und alle schmecken mehr oder weniger scharf. In der Grünen Soße haben wir es mit der Gartenkresse zu tun. Gartenkresse zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Vitamin C, Eisen, Kalzium und Folsäure aus. Außerdem enthält sie Vitamin B. Bei den ätherischen Ölen überwiegen ebenfalls wieder die Senföle. Ausgewachsen kann die einjährige krautige Pflanze Wuchshöhen von bis zu 50 Zentimetern erreichen. Die Stängel sind kahl, bläulich grün und nach oben verzweigt. Die weißen bis rosafarbenen Blüten sind zwittrig und vielzählig. Es werden Schoten gebildet.
HIER gibt es noch einen Link
zur einer Kresseseite, auf der man auch Bilder der “ausgewachsenen” Kresse sehen kann (und wundert euch nicht über die Ameise auf eurem Monitor.)
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