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Bachlauf

Wasserstand

Heute Morgen machten wir als Erstes eine ziemlich überraschende Entdeckung: der Wasserstand ist im oberen Becken erneut gewaltig abgesunken. Damit hat nun wirklich niemand mehr gerechnet. Das obere Becken war ja gerade erst nochmal runderneuert worden. Glücklicherweise hat der Gartenbauchef dort trotzdem eine Kreidemarkierung anbringen lassen, so dass ich das heute wunderbar fotografieren konnte und man am Montag nicht auf  Mutmassungen angewiesen ist. Falls es heute und morgen tatsächlich noch mal heiß wird, kann natürlich auch Wasser verdunsten, zumal im Moment der Pumpenkreislauf abgestellt ist. Die Sache wird wirklich immer rätselhafter.

Das sieht nach einer neverending story aus, die mich ganz schön nervt. Nicht nur, dass ich jede Menge Geld für diese Anlage bezahlt habe und mich nun schon den zweiten Sommer ständig darüber ärgere, auch die Pflanzen rund um den Teich können sich nicht anständig entwickeln. Einiges ist ja auch wegen der übermässigen Feuchtigkeit in der Erde eingegangen und Neues habe ich dort kaum mehr gepflanzt. Immerhin wurden bisher alle Pflanzen klaglos ersetzt und ich sehe auch, dass der Chef des Betriebes genauso wenig glücklich ist wie ich. Wo immer der Fehler liegt, es ist offenbar vertrackt. Na ja – irgendwann wird’s werden und dann werde ich schon darauf bestehen, dass die das rundum auch wieder perfekt auf Vordermann bringen. Ein paar neue Pflanzen und sauberer Kies müssen  schon drin sein.  Durch das dauernde Abstellen der Pumpe siedeln sich inzwischen nämlich auch Algen an. Dabei hatte wir mal so schönes klares Wasser. Ich bin nur froh, dass der Teich von Anfang an ohne Fische konzipiert war.

Heute geh ich ziemlich krumm – das stundenlange Jäten in der Hocke, auf Knien oder gebückt merke ich ganz schön. Sogar in den Fingern habe ich vom Unkrautrupfen in den Fugen des Fussweges Muskelkater – ist schon irre! Aber macht nix – einfach weitermachen . . .

Heute ist zwar

. . . der Welttag des Buches aber bei mir bleibt es wohl beim privaten Earthday ;-)    Während ich heute Vormittag den K*lle in Wiesbaden leer gekauft habe *gg*, waren die Leute vom Gartenbau da und hurra! – das Bächlein sprudelt wieder und es sieht aus,  als sei das obere Becken nun auch richtig dicht. Ich hoffe mal.

Draußen ist grandioses Wetter, schon direkt sommerlich warm. Ich geh jetzt meine Wäsche aufhängen und dann mach ich mich ans Einpflanzen. Vorher muss ich allerdings noch ein paar Schubkarren Kompost auf dem neuen Beet verteilen. So richtig viel hab ich gar nicht gekauft denn noch kann man ja nicht alles pflanzen, außerdem will ich auch noch diverse Dinge säen und das alles schön nach und nach.  Aber ich habe mir eine Strauchrose mit ungefüllten Blüten aber öfter blühend (wegen der Insekten) mitgebracht und einen roten Johannisbeerstrauch, dazu diveres Kleinzeugs. Die Rose heißt “Richard Strauß” – die rote Johannnisbeere ist die Sorte Rovada. An sich wollte ich eine echte Wildrose, aber die Richard Strauß kommt einer Wildrose nahe und hat dafür einige Vorzüge, die Wildrosen nicht haben.

Hui – ich hätte nicht gedacht, dass ich auch heute den gesamten Nachmittag im Garten verbringe und das im Schweiße meiner Füße – meines Angesichtes. Natürlich habe ich einen Teil der Randsteine doch wieder aufgenommen, neue Ränder gestochen . . . undsoweiter und so fort . . .  war ja klar ;-)    Ganz gerade ist das Beet immer noch nicht aber besser.

Es geht doch nichts über eigenen duftenden Kompost!

Ich hätte nie gedacht, dass mich das mal so befriedigen würde Abfälle zu wertvollem Kompost umgewandelt zu haben und ihn nun auf ein neues Beet aufzubringen. Dieser erste Komposthaufen war nun mehr als unsachgemäß aufgeschüttet worden, dafür durfte der Kompost aber auch jahrelang reifen. Inzwischen achte ich natürlich mehr darauf, was ich wie schichte und muss nur immer wieder meinem GöGa auf die Finger klopfen, der sich darüber nach wie vor keine Gedanken macht.

Und so schaut’s im Moment aus

Ganz links bilden diverse noch unterschiedlich große Buchsbäumchen die Begrenzung und ansonsten seht ihr, was ich heute gesetzt habe. Vom Kompost sieht man schon fast nichts mehr, aber ich werde diese gräßliche steinig-lehmige Erde im Laufe der Zeit noch aufbessern. Als ich das Pflanzloch für den Johannisbeerbusch gegraben habe, bin ich prompt auf Wurzeln unseres alten Kirschbaums gestoßen, bei der Rose war es auch nicht besser. So wurde das heute doch wieder Knochenarbeit. Auch Steine habe ich wieder massenweise zu Tage gefördert. Was gäbe ich manchmal für lockere sandige Erde!

Die weißen Linien, die man um den Salat und die Erdbeeren sehen kann, dass sind Anti-Schnecken-Schleimspuren – mit der Betonung auf dem “anti”.  Das ist ein Präparat namens Cel*flor Natur*n Schnecken-Stopp, ob’s was taugt werde ich sehen, aber grundsätzlich ist es mir zu teuer. Ich werde mich demnächst mal mit mechanischen Schutzmitteln (umgebörtelte Metallbänder) beschäftigen.

Ja, so richtig viel macht das Beet im Moment noch nicht her, aber ich bin schonmal ganz zufrieden und stolz wie Oskar, dass ich das von Anfang bis Ende alles alleine gemacht habe. Im Lauf der nächsten Wochen wird sicher noch das eine oder andere Pflänzchen dazu kommen, ein richtig buntes Bauerngartenbeet soll’s werden. Der Berglauch oder Johannislauch (Allium senescens ssp. montanum ist eine alte Bauerngartenpflanze, die hübsch blüht, aber durchaus auch gegessen werden kann und zwar sowohl das Laub – ich hab’s probiert – als auch die Zwiebelchen.

Berglauch

Grad hab ich wieder was gelernt: Meine Drüsenblättrige Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus) ist eine hapaxanthe Pflanze (vom griechischen hapax „einmal“ und anthos „Blüte“) – auf deutsch: eine einjährige Pflanze im Gegensatz zur Staude. Was es doch alles für Ausdrücke gibt!

Am Liederbach

Ganz viele Schneeglöckchen vom Liederbach gibt es im MainZauber Hauptblog zu sehen.

Ein schönes, mir bisher unbekanntes Gedicht, hat Gisela dazu in den Kommentar gestellt – danke! Ich nehm’s hier oben rein, wäre ja schade, wenn es in den Kommentaren verschwindet.

Schneeglöckchen
Der Schnee, der gestern noch in Flöckchen
Vom Himmel fiel
Hängt nun geronnen heut als Glöckchen
Am zarten Stiel.
Schneeglöckchen läutet, was bedeutet’s
Im stillen Hain?
O komm geschwind! Im Haine läutet’s
Den Frühling ein.
O kommt, ihr Blätter, Blüt’ und Blume,
Die ihr noch träumt,
All zu des Frühlings Heiligtume!
Kommt ungesäumt!

von Friedrich Rückert,(1788-1866)

Wetterwendig

Das Wetter wechselt ständig. Gestern war ein traumhaft schöner Tag mit viel Sonne und blauem Himmel (siehe Fotos im MainZauber-Blog), letzte Nacht war’s wohl bitterkalt und heute ist der Himmel wieder wolkenverhangen.

ForsythienForsythien im Kälteschlaf

HeidekrautHeidekraut sorgt für Farbtupfer im Rhododendronbeet

EisbachBach und Teich sind gefroren, aber die Gräser geben Struktur

Eichhörnchen am Bach

Ein zufälliger Blick durchs Fenster und was seh ich da? Das Eichhörnchen trinkt aus dem oberen Bachlauf. Das konnte ich bisher noch nie beobachten. Schnell die Kamera geschnappt – leider mit dem falschen Objektiv darauf – und ein Bild durchs Fenster geschossen.  Schade, dass ich nicht das Tele drauf hatte und die Olympus lag auch grad nicht rum.

* * *

Gestern Abend gab es noch einen wunderbaren Sonnenuntergang:

sonnunter120909

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24. Mai 2012, 22:28
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