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Nun ist es auch hier im Gartenblog nochmal etwas frostiger geworden. Das Februardesign winterlicher als das vom Januar - das gab's auch noch nie.

Sommer

Spontangeknipse

Mal ein paar Bilder aus dem Garten, der mir als “Gesamtkunstwerk” im Moment eigentlich nicht so recht gefällt. Aber wenn ich mich dann so umgucke, gibt es ja doch viele nette Kleinigkeiten, die das Herz erfreuen.

Hinten am Carport einfach unschlagbar die Töpfe mit den tiefroten Geranien:

Hier sieht man nur einen Topf, aber es sind zwei – rechts und links neben einer Clematis

*

Das Schattenbeet ist von der Zusammensetzung der ruhigste Bereich. Hier kann sich das Auge ausruhen:


*

Weiter vorne am Zaun zum Nachbarn blühen die ersten Sonnenhüte in Weiß, Lila und Rot.

Weiß mit orangefarbener Mitte (und Schwebfliege)

*

Der teils über die Terrasse gewachsene weiße Lavendel ist ein Tummelplatz für Bienen und Hummeln

Und auch die Rosen bringen ein weiteres Mal Blüten hervor:

Die Blüten sind an den Rändern etwas angematscht von Regen einerseits und Trockenheit andererseits,
aber wenn sie aufgehen, sehn sie trotzdem schön aus.

*

Im Vorgarten herrscht chaotische Wildnis – Alles wächst ineinander, übereinander, durcheinander:

Ein viel zu üppiger Farn und Purpurglöckchen, dahinter eine Hosta und ein Tränendes Herz,
das ich eigentlich bodennah zurück geschnitten hatte.


Schnee-Felberich (Lysimachia clethroides) – hat sich wie fast alle Lysimachiarten viel zu schnell und zu kräftig ausgebreitet.
Auch das als Bodendecker wachsende goldgelbe Pfennigkraut (Lysimachia nummularia aurea), das so
völlig anders daher kommt, fühlt sich in unserem Vorgarten pudelwohl.

Dieser Felberich ist aber gut zu kontrollieren. Was zuviel ist, wird einfach rausgerissen oder abgeschnitten.

*

Auch das Geißblatt steht in voller Blüte . . .

. . .  und die Hosta weiß gar nicht mehr, wohin mit ihrer Kraft.

Unser Vorgarten ist der reinste Dschungel.

* * *

Vorhin habe ich am Teich eines der letzten Gräser rausgegraben, das noch vom Gärtner stammte und nicht mehr schön aussah. Fast die gesamte ursprüngliche Randbepflanzung habe ich ja inzwischen schon erneuert. Mir fiel dabei sofort auf, dass sich auch hier in den Wurzeln wieder ein Ameisenbau befand. Wir haben davon viele im Garten und ich frage mich, ob die eventuell die Gräser und Stauden schädigen. Ich habe fast so den Eindruck.

Nachtrag: Mann, mann, mann (oder auch frau, frau, frau) – wenn man im Internet wirklich mal eine Antwort auf eine Frage haben will wie: Schädigen Ameisen Pflanzen? – dann kann man wirklich fast verzweifeln. Selbst wenn diese Frage irgendwo in einem Forum bereits gestellt wurde, gibt es darauf keine Antwort, sondern meistens Gegenfragen oder Anmerkungen wie: ich finde die einfach eklig, Ameisen machen Pipi, Ameisen locken Blattläuse an, deshalb müssen sie weg . . . und Ähnliches mehr. Ich weiß schon, warum ich kein Fan von Foren bin! Also ich denke mal, ich werde unsere Ameisen im Garten in Ruhe lassen und geh mal davon aus, dass sie nicht dafür zuständig waren, dass sich das Gras an Ort und Stelle nicht wohlgefühlt hat.


Impressionen

. . . aus dem Vorgarten. Gerade noch vor dem augenblicklichen Regen gemacht. Es ist wieder ein Gewitterregen, nachdem es seit heut früh sehr schwül aber.  Aber es ist trotzdem ein sehr ergiebiger und trotzdem sanfter Landregen – genau das, was wir dringend brauchen.

Mal zarter

Es sind ja nicht nur die Knaller in Form und Farbe, die einen Garten reizvoll machen. Hier kommt das versprochene Foto der Clematis “Alba luxurians”, die sich im Schatten der hohen Tanne am Geräteschuppen emporrankt.

. . . im selben Schattenbeet blühen die Sterndolden Astrantia major und weiße Astilben

Nach den kleineren quietschgelben Taglilien blühen nun rund um den Teich
die größeren, dafür sanfter eingefärbten Hemerocallis in Zartgelb und Altrosa

Und vorne am Zaun blüht derzeit als einzige Pflanze das Geißblatt
und rankt sich zum blauen Himmel hinauf

Lonicera heckrottii, Feuer-Geißblatt

Lavendel & Rosen

Könnt ihr auch als Grußkarte verschicken – bitte einfach anklicken

Ein Foto, das ich heute Vormittag im alten Vorgarten gemacht haben – besser gesagt eine Collage vom dort blühenden Lavendel und den roten Strauchrosen. Der Lavendel drängt komplett durch den Zaun nach draußen, was kein Wunder ist, denn im Wachtelweg ist viel mehr Sonne als im schattigen Vorgarten. [Um Missverständnisse zu vermeiden: Obwohl die Adresse des alten Hauses samt Praxis der Heimchenweg ist und nur unsere private Adresse der Wachtelweg, liegt der alte Vorgarten auch schon zum Wachtelweg hin. Ist halt ein Eckgrundstück.weiterlesen hier . . .

Badestellen

Sehr interessant fand ich neulich einen Artikel im Vivara Newsletter zum “Bade”- Verhalten unserer Singvögel.  Ich fotografiere ja unheimlich gerne all die Vögel, die bei uns im Teich rumplantschen. Es gibt aber auch ander “Bade” – Varianten. Bei Vivara heißt es dazu: Ein sandbadender Vogel duckt sich dicht an den Boden und wackelt mit dem Körper hin und her, wobei Staub aufwirbelt, der anschließend wieder ausgeschüttelt wird. So werden nicht nur Parasiten sondern auch überschüssiges Fett (öliges Sekret aus der Bürzeldrüse) aus dem Gefieder entfernt. Beim Sonnenbaden liegen die Vögel eine Zeit lang bewegungslos in der warmen Sonne auf dem Boden und haben dabei ein oder beide Flügel gespreizt und der Schwanz ist aufgefächert. Die extreme Wärme ist für Parasiten unbehaglich und sie suchen das Weite.

Beides habe ich in der Tat schon öfter beobachtet. In Ermangelung von Sand “baden” unsere Amseln oft gerne in trockener Erde, meist dort wo bei uns die Erde mit dem Rindenmulch vermischt und locker ist. Tauben hingegen nehmen oft im Rasen ein Sonnenbad. Die liegen dann dort völlig platt mit ausgebreiteten Flügeln und sehen aus wie tot. Das hat mich immer schon gewundert, nun habe ich eine Erklärung dafür.

* * *

Kleiner Kohlweißling an einer Salbeipflanze

* * *

Rabenkrähe

Elstern haben wir schon immer, ab und an war auch schon mal eine verirrte Saatkrähe im Garten, aber in diesem Jahr sind die Rabenkrähen bei uns eingefallen. Das sind wirklich große Vögel und ab und an überkommt mich da so ein Hitchcockgefühl. Die Rabenkrähe (Corvus corone)besitzt ein schwarzes, bläulich schimmerndes Gefieder. Sie hat eine Länge von ungefähr 47 Zentimetern.

Sommer

Heute haben wir also hochoffiziell Sommeranfang und gleichzeitig Sommersonnenwende. Das heißt nichts anderes, als das wir heute den längsten Tag des Jahres haben, was die Helligkeit angeht und die kürzeste Nacht. Wir sprechen auch von Mittsommer oder der Johannisnacht. Mittsommer oder Midsommer ist ein Begriff, den ich sehr viel positiver besetzt finde als die Sommersonnenwende, einfach weil das bei so vielen Menschen schon wieder Wehmut auslöst – so nach dem Motto: nun werden die Tage wieder kürzer – *heul*.  In Mitteleuropa ist es nun mal so, dass wir vier Jahreszeiten haben und der Sommer eben auch nur eine relativ kurze Zeitspanne im Jahr ist. Je nachdem, ob das Frühjahr warm und schön war und ob wir im September und Oktober noch einen schönen Frühherbst bekommen oder ob – wie in diesem Jahr – das Frühjahr eher kalt und nass war, hadern wir mit unserem Sommer oder freuen uns darüber. Ich bin grundsätzlich dafür mich über die warme helle Jahreszeit zu freuen und nicht schon wieder nach dem nächsten Herbst und Winter zu schielen.

Wer einigermaßen erdverbunden ist und mit der Natur lebt, weiß ja auch, dass das “Werden – Blühen – Vergehen und erneut Werden” einen Kreislauf darstellt, den die Erde braucht. Die Erde braucht das Wasser und die Sonne gleichermaßen, sie braucht vielfach auch den Frost, damit verschiedene Samen überhaupt erst im Frühjahr keimen können, sie braucht den Herbst, indem die Blätter fallen und neuen Humus bilden.

Also macht was aus der Sommerzeit und wenn’s mal nicht so toll heiss ist, wie ihr es gerne hättet, dann zieht halt auch im Juni mal eine Jacke drüber und ein paar Socken an und geht raus ins Freie. Licht ist im Moment jede Menge vorhanden, auch wenn mal Wolken am Himmel hängen.  Und je mehr Licht und Sauerstoff ihr bekommt, um so besser geht es euch – da unterscheiden wir Menschen uns nicht von der übrigen Natur (von einigen Tiefseelebewesen, Mikroben und Grottenolmen mal abgesehen. Aber wer will schon ein Grottenolm sein?)

Ich habe heute morgen warm verpackt den Rasen gemäht und am Nachmittag kam die Sonne raus, die ich dann in vollen Zügen genossen habe. Die Vögel singen auch bei 15°C ,  die Rosen duften und das Unkraut wächst *g*.  Falls wer heute Nacht ein schönes Mittsommerfest feiert, dem wünsche ich ganz viel Spaß dabei. Bei mir bleiben jedenfalls die Rolläden oben bis es dunkel ist und danach stell ich noch Windlichter auf die Terrasse.

Solange es nicht sooo aussieht . . .

Und übrigens – auch 2009 war das Wetter am 21. Juni nicht viel anders als heute ;-)

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Frankfurt/Main

9. Februar 2012, 20:47
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