Sommer
. . . ist etwas anderes. Es weht heute ein kühler Wind, obwohl es schön ist. Scheint die Sonne – also eigentlich scheint sie den ganzen Tag, aber sie wird immer mal von Wolken verdeckt – ist es richtig gut warm, aber im Schatten kann man ein Jäckchen gebrauchen. Ich mache mit der Kamera im Garten ab und zu Bestandsaufnahmen, um für mich fest zu halten, wo es etwas zu verbessern gibt . Da geht es mir dann nicht um besonders schöne Fotos, eher um Dokumentation. Aber einige sind dann doch auch zum Herzeigen geeignet.
In einer der hintersten Gartenecken blüht derzeit ein Berglauch. Ein Relikt aus dem alten Beet, wo sich heute das Kies- bzw. Steppenbeet befindet. Der blühende Lauch ist ein absoluter Bienenmagnet und seine winzigen Blüten, die zusammen wunderschöne Kugeln ergeben, sind sehenswert.
Allium senescens ssp. montanum
Berglauch ist alte Bauerngartenpflanze, die wild auf den Bergwiesen vorkommt, aber als gefährdete Wildpflanze angesehen wird. Sie ist größer als Schnittlauch und bildet kleine Zwiebelchen aus. Blüten und Zwiebeln sind essbar. Dieser Lauch ist total robust. Ich hatte ihn einfach irgendwo in eine Ecke gesetzt, noch nicht mal eingegraben und mehr oder weniger vergessen. Er ist dort angewurzelt und blüht nun wunderschön.
Die blaue Phase im Garten geht bei mir allmählich dem Ende entgegen. Steppensalbei und Katzenminze sind zum größten Teil verblüht und zurückgeschnitten. Das Beet direkt vor der Ligusterhecke zur Straße hin sieht jetzt etwas armselig aus, aber da müssten demnächst die Astern blühen. Im Kiesbeet blüht es zwar vorwiegend gelb aber Verbena bonariensis und die Zierdisteln halten die Stellung und steuern noch ein bisschen Blau und Lila bei. Der Lavendel geht eher unter, aber der wird dann wohl im nächsten Jahr auch noch auftrumphen. Ich bin nach wie vor begeistert, wie schnell sich die neuen Beete entwickelt haben.
Steppenbeet – sieht im Foto etwas wüst aus, in Wirklichkeit aber sehr schön und üppig
Zierdistel mit Biene
Wir haben im Moment plötzlich mehr Bienen als vorher und dafür hat die Zahl der Hummeln abgenommen. An den Disteln und den Eisenkrautblüten findet man neben den Bienen Fliegen, die fast genauso aussehen wie die Bienen. Ich konnte nur bisher keine fotografieren.
Hostablüte – macht den Taglilien Konkurrenz, die sind aber eh fast am Ende
Heuchera – was für eine Blattfarbe!
Einige meiner Purpurglöckchen sehen momentan nach der Blüte nicht mehr so schön aus, die müssen sich erst wieder erholen. Aber diese mit den rötlich-bronzefarbenen Blättern ist der Hammer schlechthin. Wenn da die Sonne drauf scheint, sieht das aus wie Feuer pur. Ich kann gar nicht mehr sagen, welche Sorte das ist. Sie entspricht wohl am ehesten der Heuchera micrantha ‘Marmalade ®’. Aber bei den Purpurglöckchen sind in den letzten Jahren ständig neue Sorten auf den Markt gekommen.
Nachdem ich gestern im anderen Mainzauberblog ausführlich von meiner Turmbesteigung in Weilbach berichtet habe, kommen die Naturbilder aus dem Regionalpark/Naturschutzgebiet heute hier – jedenfalls einige davon. In knapp vier Stunden habe ich gestern kurz über 100 Fotos gemacht, nicht alle sind gut. Einige habe ich direkt am alten Naturschutzhaus fotografiert, andere in unmittelbarer Nähe von Turm und neuem Regionalparkhaus und viele wieder unten in der ehemaligen Kiesgrube.
Wet pictures
Ein Projekt von Barbara
Ich bin gerne im Garten des alten Naturschutzhauses, der ist Idylle pur, während sich der Rummel rund um das neue Regionalparkhaus abspielt. Am kleinen Teich sah ich einen Sprudelstein, aus dem Wasser zuerst nur alle paar Sekunden mit einem hörbaren “Plopp” ausgespuckt wurde. Dann aber begann es plötzlich richtig zu sprudeln. Des Rätsels Lösung: die Pumpe bekommt ihren Strom über eine Solarzelle, und die lag zunächst noch im Schatten.
“Libellen am Stiel” gab es hingegen am neuen Teich am Regionalparkhaus zu bestaunen.
Ein ähnliches Foto habe ich gestern auch im anderen Blog gezeigt. Es handelt sich auf alle Fälle um Azurjungfern, aber ich habe keine Ahnung, von welcher Art sie sind. Die Zeichnungen auf den Hinterleibssegmenten kann ich selten deuten. – Damit habe ich schon mal ein “Wet picture” mit “Faszinierend natürlich” verknüpft, aber es gibt noch mehr.
Ein Projekt von Annika
Wenn sich eine Großlibelle wie die Anax imperator oder Große Königslibelle schon mal auf dem Wasser niederlässt . . .
. . . dann hat man erstens Glück und kann zweitens damit rechnen, dass demnächst . . .
. . . ein Frosch auftaucht, sich geradezu anschleicht, denn für den wäre dieses Insekt ein ganz besonderer Happen.
Anax imperator – Große Königslibelle
Und auch eine Blutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum) konnte ich zum Schluß noch
mit dem Objektiv “einfangen”
Leicht unscharf, dafür aber gleich zwei unterschiedliche Libellen im Bild.
Es war gestern nicht ganz einfach Insekten vor die Kamera zu bekommen. Zunächst war in Weilbach ziemlich viel Betrieb und ich hatte unten in der ehemaligen Kiesgrube ständig Spaziergänger, Kinder und und auch mal eine ganze Gruppe um mich herum. Mit dem Wochenende gehen die hessischen Schulferien zu Ende, da wird es wieder ruhiger. Aber bei diesem Sommer, muss man ja nehmen, was kommt. Und es gibt überhaupt wenig Insekten in diesem Jahr oder zumindest nur wenige Arten. Kohlweisslinge und Bläulinge sehe ich ständig aber sonst nur wenige andere Schmetterlingsarten. Zum Beispiel fehlen mir die Widderchen total, die sich sonst im Sommer immer auf den Karden getummelt haben.
Lange habe ich am Rand eines Teiches in der Hocke verbracht, bis ich diesen tiefblauen Hauhechelbläuling mit ausgebreiteten Flügeln fotografieren konnte.
Kommentare aus einer vorbeikommenden Gruppe: “Was fotografiert die denn da?” “Ach, nur eine blaue Motte.” Nun ja – - -
Die Unterseiten der Flügel sehen bei vielen Bläulingen recht ähnlich aber auch immer sehr schön aus:
Und zum Schluss – das gibt es auch: die Vorratskammer einer erfolgreichen Spinne
Ich hatte mich schon gewundert, dass der Falter so ruhig sitzen blieb. Der Schmetterling könnte ein
Rostbraunes Ochsenauge gewesen sein, der Räuber ganz sicher die Veränderliche Krabbenspinne.
Anders als tropisch kann man das Wetter heute kaum beschreiben. Es wechselt zwischen Sonne am strahlend blauen Himmel und heftigen Regengüssen aus dunklem Himmel – und das unentwegt. Scheint die Sonne, dann dampft alles, regnet es, dann sinkt die Temperatur wieder innerhalb weniger Minuten.
Mal so – mal so (die Sturmflut im Miniteich gibt es HIER nochmal in größer).
Noch halten die Rosen den teils heftigen Regengüssen stand.
Goldrausch – den kleinen Coreopsis macht der Regen sowieso nichts aus, aber
die Katzenminze muss ich bald zurück schneiden.
Nun entwickeln sich auch die ersten neu gepflanzten Gräser. Hier blüht bereits das Kleine Lampenputzergras – Pennisetum alopecuroides ‘Hameln’.
Die ersten Kugeldisteln Echinops ritro ‘Veitch’s Blue’ blühen und gesellen sich sehr schön zu
dem schon länger blühenden Patagonischen Eisenkraut “Verbena bonariensis” auf hohen stabilen Stengeln.
Der Fokus lag ganz auf dem oberen Bambusblatt mit den Tropfen – die Schwebfliege, die sich am Wasser labt
habe ich erst am PC entdeckt.
Doch noch eine blühende Hosta mit einer schönen rein weißen Blüte – es ist die Pflanze, die zwischen zwei
ausufernden Alchemillas total untergeht. Nachdem ich diese Stauden nun zurückgeschnitten habe, kommt sie
zum Vorschein. Ich schätze, ich werde da was verpflanzen müssen – nicht nur da :-(
Eichhörnchen habe ich heute mehrfach gesehen und noch öfter gehört. Das ist seltsam mit den Eichkatzerln, manchmal hört und sieht man sie wochenlang nicht und dann sind sie plötzlich wieder dauernd unterwegs.
Am Morgen und am Vormittag war ich noch recht fleißig, aber der Nachmittag wird wieder faul im Garten verbracht. Dabei gibt es immer etwas zu sehen und natürlich auch zu fotografieren.
Mein Foto des Tages in meinem Fotoblog “RheinMainArts.de” ist heute ein Fitis, der sich an einem dünnen, schwankenden Trieb meines Minibambus niedergelassen hat – unglaublich. Aber ihr bekommt das Bild auch hier zu sehen. Die Vögel kommen nur sehr zögerlich an den Teich, wenn ich mich in unmittelbarer Nähe befinde und stieben gleich wieder auf und weg, sobald sie eine Bewegung feststellen. Aber wenn der Durst zu groß ist, kommen sie wieder. Und einige wie die Bluthänflinge kommen gleich im Familienverband und kündigen sich mit lautem Gezwitschere auch noch an.
Wer kann diese Libelle hundertprozentig bestimmen?
Ich tendiere zur Schwarzen Heidelibelle (Sympetrum danae), bin aber nicht sicher.
Ich bin mir aber sicher, dass ich mir dieses Foto drucken lassen und an die Wand hängen werde. Ebenso wie den kleinen Fitis auf dem Bambus:
*
Den folgenden Bläuling hätte ich gerne näher bestimmt, konnte ihn aber nicht mit offenen Flügel fotografieren:
Es könnte sich um einen Geißkleebläuling (Plebejus argus) handeln, dafür spricht aber nur die auffällige Unterseite.
Männlicher Bluthänfling
Die Dame dazu
Und nochmal der Fitis
. . . an diesen merkwürdigen Sommer wäre vielleicht nicht das Schlechteste. Heute hat es lange gedauert, bis ich mich aufgerafft habe, um im Garten weiter zu machen. Zu grau war der Himmel, kein bisschen Sonne, kaum 20°C. Aber als ich endlich am Rasen mähen war und späterhin am Zurückschneiden des verblühten Frauenmantels etc., fand ich das eigentlich ganz gut. Man schwitzt wenigstens nicht, man friert aber auch nicht, und die Arbeit geht flott von der Hand. Zwischendurch kam auch mal ein klitzekleines Stück blauer Himmel mit gefühlten 30 Sekunden Sonnenschein zum Vorschein.
In unmittelbarer Nähe der Katzenminze gibt es immer was zum Beschnuppern – Garfield
Kunterbuntes aus dem Garten – zum Vergrößern bitte anklicken
Auch der gefüllt blühende, blaulila Hibiskus öffnet nun die ersten Blüten.



























