Zufrieden
. . . melde ich mich aus dem Garten zurück. Trotz der recht heftigen Erkältung und meiner ausgesprochenen Abneigung gegen Gartenarbeit bei grauem Himmel habe ich mich ans Rosen schneiden im alten Vorgarten gemacht. Auch so eine Arbeit, die ich nicht liebe, die aber schon seit Jahren an mir hängen bleibt. Die alten Rosenstöcke sterben immer mehr ab und eigentlich kümmert es niemanden. Aber ich weiß, wie schön das Stückchen Grün vor der Praxis im Sommer aussieht, wenn die Rosen dann doch wieder blühen. Trotzdem muss ich mal mit meinem Bruder reden, ob wir im nächsten Herbst nicht mal einen Gärtner kommen lassen. Da hat sich doch zuviel Urwald gebildet. Wenn nur das liebe Geld nicht wäre. Dieses alte Haus da vorne ist unersättlich. Es müsste so vieles gemacht werden, da ist das Stückchen Vorgarten immer das Unwichtigste.
Immerhin konnte ich ein bisschen mit meiner Praxisnachfolgerin schwätzen, als sie aus der Praxis kam und anschließend auch noch mit meiner Ex-Praxisputzfrau, die nun für die Kollegin arbeitet. Anschließend bin ich dann in den eigenen Garten gestapft und habe noch meinen neuen Rhododendron eingepflanzt und … *arrrrgh* dabei einen Ast mit drei Knospen abgebrochen. Wobei die Bruchstelle merkwürdig verholzt aussah. Ich habe sie dann abgeschnitten, um den Ast in eine Vase zu stellen, da war die Stelle grün. Da frag ich mich doch, ob der Ast nicht vielleicht schon vorher abgebrochen war ohne dass ich das gemerkt hatte. Na wie auch immer, ein 5 Euro Rhodo von Aldi wird nicht groß hinterfragt. Ich schätze, er wird trotzdem wachsen und gedeihen und mein Rhododendronwäldchen wieder vergrößern.
Kälte hin, Kälte her – auch die ersten großen Narzissen blühen inzwischen
Ganz große Freude: meine Baumpäonie hat zum ersten Mal Blütenknospen!!!
Tulpenmagnolie links und Sternmagnolie rechts sind auch schon ziemlich weit
Buntes am Bach – hinter den Mininarzissen strebt Tagliliengrün nach oben
Rechts oben ist der neue Winzling
So richtig viel macht das Schattenbeet in dieser Jahreszeit natürlich nicht her. Solange es noch nicht richtig warm ist,
sehn die Blätter der Rhododendren immer irgendwie schlapp aus, aber gesund sind sie trotzdem.
Jetzt wird’s grad wieder leicht rheumatisch in den Knochen – das hab ich kommen sehn. Egal – im Garten war’s trotzdem schön und die Schmerzen hätte ich vermutlich bei dem Wetter ohnehin.
Giftschleuder
Tja – heute hab ich doch mal zur chemischen Keule gegriffen, nachdem ich mir nicht nur die traurige Pieris japonica nochmal näher angeguckt habe sondern auch die Rhododendren in der Nachbarschaft. Iris hat mich ja auf die Andromeda Netzwanze aufmerksam gemacht. An der Lavendelheide kann ich zwar fast nichts erkennen, obwohl sie so schlimm aussieht, aber an den Rhododendren bin ich mir fast sicher, dass sie befallen sind. Da ich in meinem Giftschränkchen eh nichts anderes als ein bekanntes Pyrethrum-Rapsölpräparat gefunden habe, wurde das gründlich versprüht (ich hoffe, ich überlebe das). Gleichzeitig habe ich die Pflanzen mit einem Schachtelhalmextrakt gegossen und gedüngt. Wenn das zusammen nicht hilft, dann weiß ich auch nicht mehr. Wenn ich das aber richtig verstanden habe, ist der Hauptwirt die Pieris, vor allem wenn sie sehr sonnig steht. Und der Befall greift dann auf die Rhodos und Azaleen über. Es stimmt zumindest, dass die Pieris “Valley Valentine” von allen Pflanzen am wenigstens schattig steht, sondern recht viel Sonne abkriegt. Vielleicht sollte ich sie dort ganz entfernen. Aber nun warte ich erstmal ab.
Der Abendhimmel gegen 20 Uhr – irgendwie unentschieden, im Westen ziemlich dunkel
Schmusebusch
Ganz so wild wie früher beschmust unser Garfield die blühende Weigelie nicht mehr, aber zumindest hat er sein Interesse an ihr wieder entdeckt, seitdem die Sonne scheint. Ich wüsste ja wirklich gerne mal welche Pheromone dieser Busch ausströmt, dass er für Kater so verführerisch duftet.
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Grünes Erstarren
Heute Vormittag habe ich mal wieder eine Runde im Garten gedreht, um die befürchteten Katastrophen dieses schlechten Wetters in Augenschein zu nehmen. So arg schlimm ist es zu meinem Erstaunen gar nicht. Zunächst ist alles sattgrün – das ist der große Vorteil. Außerdem seh ich kaum Blattläuse und auch keine Pilze. All das stoppt die Kälte. Selbst der beginnende Pilzbefall an meinen Rosen hat wieder aufgehört. Dafür tut sich bei den Blüten nur sehr wenig. Den Flieder hatte ja bereits die Wärme Ende April zum schnellen Aufblühen und wieder verblühen gebracht. Eine letzte Magnolienblüte dagegen hält sich immer noch.
Im relativ trockenen und windgeschützen Waldbeet sind die Akeleien aufgeblüht und die Farne breiten sich allmählich aus. Nur ausgerechnet der tolle Königsfarn scheint doch kaputt zu sein. Das ist sehr schade. Aber ich werde ihn mal ausgraben und an einer feuchteren Stelle wieder eingraben, vielleicht erholt er sich noch. Je mehr man sich mit seinen Pflanzen beschäftigt – mein “garteln” hat ja erst vor Kurzem wirklich angefangen – um so mehr erkennt man auch, welche Standorte den Pflanzen wirklich zusagen. Auch den Ausbreitungsdrang vieler Pflanzen erkenne ich jetzt. Alles was seit ein oder zwei Jahren in den Beeten ist – das meiste ja erst seit einem Jahr – wächst gewaltig in die Höhe und in die Breite.
Deutzie – üppige Blüte aber vom Regen niedergedrückt
Das Schönste im Vorgarten ist momentan die blühende Weigelie und nebendran steht die Clematis Crystal Fountain in den Startlöchern. Die wartet geradezu auf ein paar Stunden Sonne und Wärme – wohl wie wir Menschen auch. Das gilt auch für alle anderen frühjahrsblühenden Clematissorten in unserem Garten.
Weigelie – auch in voller Blüte
Farblich passen – Rosenprimel, aber an ungünstiger Stelle
Die werde ich nochmal verpflanzen
Unverwüstliche Polsterstaude: Cerastium tomentosum oder Silber-Hornkraut
Auch der Storchschnabel trotzt dem Wetter
Auch in Blau – eine der Akeleien im Waldbeet . . .
und noch ein Knaller:
Die Azaleenblüte aus dem Steingartenbeet
* * *
Hier fängt Stefan gerade an die Terrasse zu erneuern und man sieht jetzt den Farn, der sich in den letzten Jahren immer durch die Spalten des Holzdecks gearbeitet hat. Nun hat er endlich mal Luft und Licht. Ich werde ihn natürlich ausgraben und ihm einen besseren Platz geben. Die Vögel sind von den offenen Flächen auch sehr angetan, da scheint es jede Menge Insekten für sie zu geben.
Während der erste meiner Rhododendren voll aufgeblüht im Moment sehr unter dem Regen gelitten hat und sich der Hellgelbe in diesem Jahr nicht wirklich gut präsentiert, ist der dritte nun am Aufblühen und sieht jetzt schon toll aus. Er hatte seit letztem Herbst merkwürdig eingerollte Blätter und ich hatte ihn schon fast abgeschrieben. Aber die Blüten sehn nun wieder toll aus.
Also – wenn ich mir die Bilder nun so anschaue, dann kann es mit dem “Erstarren” gar nicht so schlimm sein
Fehlt nur ein bisschen Sonne.
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Danke für diesen Award, aber bitte keine weiteren.


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