Brunnenkresse
Was hier so wenig spektakulär und eher an Unkraut erinnernd im oberen Bachlaufbecken wächst, das ist leckere Brunnenkresse (Nasturtium officinale). Als ich zum ersten Mal ein Pflänzchen dort reingesetzt hatte, schien es sich gar nicht wohl zu fühlen. Jetzt zwei Jahre später breitet sich die Kresse langsam aus. Ich habe heute was davon in meinen Kräuterquark getan, den es mittags zusammen mit Pellkartoffeln gab. Petersilie und Schnittlauch gibt es im Garten außer im Winter immer und auch ein paar Blättchen Basilikum konnte ich noch ernten.
Meine Brunnenkresse ist um einiges schärfer als die bekannte Gartenkresse. Brunnenkresse wird auch in der Naturheilkunde bzw. Volksmedizin verwendet. Sie gilt als Aphrodisiakum, ist Appetit anregend und Stoffwechsel fördernd. Außerdem soll sie bei Diabetes mellitus helfen. Sie wird bei außerdem bei Entschlackungskuren und gegen Rheuma verwendet.
Wollt ihr
. . . auf einen schönen Spätsommerspaziergang mitkommen?
Dann besucht mich doch im anderen Blog.
* * *
Ach da fällt mir ein – die Blattchallenge von Frau Kunterbunt wird ja von mir eh in diesem Blog bedient. Na, dann mach ich das gleich noch.
Blatt-Challenge / Woche 2

Link zu meinem Picasa-Album: Blätter
Breitwegerichblatt (Plantago major – engl. Greater Plantain)
Dieses schon recht rot verfärbte Blatt gehört zu keinem Baum sondern zum Breitwegerich. Der Breitwegerich ist der Bruder des Spitzwegerichs, ihm werden aber weniger Heilkräfte zugeschrieben, deshalb gilt er an sich meist nur als Unkraut. Immerhin soll sein Saft kühlend und wundheilend wirken, so dass man zerquetschte Breitwegerichblätter auf wund gelaufene Füße legen soll (hab ich heute glücklicherweise nicht gebraucht. Aber kann man sich ja mal merken). Salizylsäure, Schleim und Gerbstoffe gehören zu den Inhaltsstoffen, was die Wirkung erklärt. Wie immer laufen meine Bilder außer Konkurrenz.
Dost
= wilder Majoran und noch mehr Fotos vom gestrigen Wildwiesenspaziergang auch heute wieder im anderen Blog. Der wilde Majoran eignet sich sogar noch als letztes Violettblümchen für Rosenruthie:
Siehe auch: Grüne Kiesgrube
und: Oh Schreck (es geht um Blauflügelige Sandschrecken)
Wickerbachaue
Heute war ich mal wieder ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen unterwegs, also einfach drauflos – die Hunderunde eben, wenn auch ohne Hund ![]()
Und weil der Mainzauberblog heute schon seine Beiträge bekommen hat und es auch wieder raus in die Natur ging, wird die “Hunderunde” hier gebloggt.
In der Wickerbachaue / Flörsheim-Wicker
Anfangs auf dem Bohlenweg über sumpfiges Gebiet, dann weiter auf dem Landwehrweg ging es Richtung Massenheim am Wickerbach entlang (aufgemerkt, das ist das andere Massenheim! Ich bin schon mal an der Nidda entlang Richtung Bad Vilbel-Massenheim spaziert, eine völlig andere Himmelsrichtung).
Am Wickerbach in Höhe der Wiesenmühle
Ich war zwischen 16 Uhr und 18 Uhr unterwegs und hatte Glück mit dem Wetter. Es war zwar stark bewölkt und reichlich finster, aber die ersten Tropfen fielen erst als ich wieder am Auto war. Zuhause brach dann ein heftiges Gewitter los.
Der “Große Wiesenknopf” (Sanguisorba officinalis) gehört zu den Rosengewächsen
In der Pflanzenheilkunde steht der Große Wiesenknopf seit dem Mittelalter in dem Ruf, ein gutes, blutstillendes Mittel zu sein, worauf auch der botanische Gattungsname Sanguisorba hinweist (sanguis für Blut und sorbere für einsaugen). Auch die blutrote Farbe der Blütenköpfchen galt gemäß der Signaturenlehre als Zeichen für die blutstillenden Eigenschaften der Pflanze. Quelle: Wikipedia

*
Schwebfliege auf Rainfarn (Tanacetum vulgare)
Wilde Möhre ((Daucus carota) aus der Nähe, leider etwas unscharf
Das dunkle Pünktchen in der Mitte der Dolde, an der man die Wilde Möhre erkennt und z.B. vom Schierling unterscheiden kann (oft als Scheininsekt bezeichnet), entpuppt sich von Nahem als dunkelpurpurfarbene sog. Mohrenblüte. Die Wilde Möhre ist irgendwie faszinierend, wenn man sich näher mit ihr beschäftigt. Zunächst hat ihre Doldenblüte diese wie ein vom Sturm nach außengedrehte Schirmform , dann krümmt sich die Dolde zu einem hohlen Samenstand nach innen.
Und dann schaut euch mal so einen einzelnes winziges Samenkorn in der Vergrößerung an:
Es sind übrigens diese Samen, aus denen das ätherische Karottensamenöl destilliert wird. Benutzt wird es als Geschmackszusatz in Lebensmittel, außerdem gilt es in der Aromatherapie als wertvoller Inhaltsstoff für hochwertige Hautcremes (ähnlich dem Nachtkerzenöl oder dem Borretschsamenöl). Der Duft wird als warm, sommerlich und erdig beschrieben.
Kräutergärten
. . . wecken immer mein Interesse und so war ich auch ganz begeistert, als ich im Botanischen Garten (siehe Beiträge gestern und vorgestern HIER) den neuen Arzneikräutergarten entdeckte. Kräuter passen nun wirklich besser hier hinein und der normale Mainzauberblog hat auch heute schon seinen Beitrag bekommen
Der neue Kräutergarten liegt – jedenfalls so wie ich gelaufen bin – am Ende des Rundganges durch den Botanischen Garten. Wenn ihr mal auf den Plan seht, dann etwa dort, wo rechts unten das Wort Bienenhaus steht.
Dort wo ich ankam, sah ich zunächst das heute allgegenwärtige Insektenhotel und daneben eine gleichgroße Schautafel mit Erklärungen. Am Insektenhotel fand mal besonders originell, dass dort auch kleine leere Schneckenhäuser eingebaut waren.
Hier schien mal die Sonne, die weißen Schneckenhäuser reflektieren die Strahlen,
aber ihr könnt sie sicher trotzdem entdecken.
Als nächstes fiel mein Blick auf ein langgestrecktes Beet, an dem stand: Arzneimittelpflanzen der Römerzeit. Das waren natürlich sehr viele Kräuter, die wir auch heute noch kennen, da hat sich ja nicht viel geändert. Am Beet mit den Pflanzen gegen Atemwegserkrankungen sah ich eine junge Frau, die hingebungsvoll die Köniskerzen studierte, Fotos aus allen nur denkbaren Blickwinkeln und schriftliche Aufzeichnungen machte. Ich schätze, das war eine Studentin des Botanischen Instituts.
Hildegard von Bingen erwähnt die Königskerze unter wullena als Heilmittel für ein „traurig Herz“. Die Stängel wurden früher in Harz oder Pech getaucht und als langbrennende Fackel genutzt. In der Phytotherapie werden die auch Wollblumen genannten Blüten . . . als schleimlösendes Mittel . . . bei Erkältungen verwandt.
(Quelle: Wikipedia in Auszügen)
Mir fiel prompt wieder ein, dass ich im letzten Jahr um diese Zeit im großen Kräutergarten der Abtei in Seligenstadt war und mir eigentlich vorgenommen hatte, mal zur Hauptblütezeit dorthin zurück zu kommen. Nun stand ich erneut in einem Kräutergarten, dessen beste Zeit im Jahr schon wieder vorbei war. Aber so ist das, wenn man einen eigenen Garten hat, um den man sich kümmern muss. Im neuen Arzneigarten findet man auch einen schönen steinernen Wassertrog, der noch aus der Zeit des Herrn Senckenberg stammt bzw. aus dessen erstem Arzeimittelgarten in der Nähe des Eschenheimer Turmes.
Auf den Namen “Senckenberg” trifft man in Frankfurt allenthalben, nicht zuletzt wegen des weltweit bekannten Senckenberg (Naturkunde) Museums.
Johann Christian Senckenberg (* 28. Februar 1707 in Frankfurt am Main; † 15. November 1772 ebenda) war ein deutscher Arzt und Stifter. >>> Am 18. August 1763 errichtete er die Dr. Senckenbergische Stiftung, deren Ziel es war, das Frankfurter Medizinalwesen, die Krankenversorgung und die Ausbildung der Ärzte zu verbessern. Auf dem im Jahre 1766 erworbenen ersten Stiftungsgelände östlich des Eschenheimer Tores entstand in den folgenden Jahren ein medizinisches Institut mit Bibliothek, Laboratorium chymicum, Gewächshäusern und einem Theatrum anatomicum, sowie ein Bürgerhospital. Die Dr. Senckenbergische Anatomie, die sich aus diesem Theatrum anatomicum entwickelte, ist damit wesentlich älter als die im Jahre 1914 gegründete Johann Wolfgang Goethe-Universität. Quelle: Wikipedia
Auch wenn ich mich jetzt verzettele, aber hier kommt noch ein interessanter Hinweis, wie es früher mal um die medizinische Versorgung bestellt war: “Es (das Bürgerhospital) war das erste Krankenhaus in Frankfurt am Main, das auch ortsansässige Bürger behandelte. Der ursprüngliche Gebäudekomplex wurde zwischen 1771 und 1779 südöstlich des Eschenheimer Tors durch die Dr. Senckenbergische Stiftung errichtet. Zuvor hatte es in Frankfurt zwar bereits das erstmals 1267 urkundlich erwähnte und gleichfalls noch heute bestehende Hospital zum Heiligen Geist gegeben, das allerdings nur für die Beherbergung von Fremden, Pilgern, Wandergesellen, Dienstboten und Mittellosen offen stand. Kranke Frankfurter Bürger mussten sich hingegen zuhause ärztlich versorgen und pflegen lassen.” (Quelle: Wikipedia)
Echter Steinklee / Melilotus officinalis (Sweet Clover)
Steinklee habe ich schonmal gelesen, weiß auch, wofür er in der Naturheilkunde angewendet wird (Veneninsuffiziens), aber wie er aussieht, wusste ich bisher nicht. Wieder was dazu gelernt. Sein wichtigster Wirkstoff ist das Cumarin. Deshalb duftet Heu, das von Steinkleewiesen stammt auch imer ein bisschen nach Waldmeister.
Und nun als Letztes noch, dann ist’s genug – die Artischocke, jedenfalls die Blüten derselben.
Artischocke / Cynara cardunculus
Die Artischocke – der wissenschaftliche Name sagt es schon, gehört zu den Karden, also Distelgewächsen. Die fleischigen unteren Blütenblätter und der Blütenboden sind essbar und gelten als Delikatesse. Ich persönlich kann damit wenig anfangen, ich finde dass die Dinger eigentlich nach nichts schmecken. Dafür sind die blauen Blüten wie viele Distelblüten sehr hübsch. Die Artischocke ist aber auch eine alte Arzneipflanze: ihr wird eine appetitanregende, verdauungsfördernde und cholesterinsenkende Wirkung zugeschrieben. Der in ihnen enthaltene Bitterstoff Cynarin regt den Stoffwechsel von Leber und Galle an.
Nach soviel wissenschaftlichem Input gibt es jetzt nur noch was zum Angucken und erholen:
Küken einer Stockente
Im Wasser waren sie zwischen den Seerosenblättern kaum zu erkennen.
















Danke für diesen Award, aber bitte keine weiteren.




Kommentare