Gartenpoesie
Gestern erreichte mich ein sehr schönes Gedicht:
Mein Garten
Schön ist mein Garten mit den goldnen Bäumen,
Den Blättern, die mit Silbersäuseln zittern,
Dem Diamantentau, den Wappengittern,
Dem Klang des Gong, bei dem die Löwen träumen,
Die ehernen, und den Topasmäandern
Und der Volière, wo die Reiher blinken,
Die niemals aus dem Silberbrunnen trinken …
So schön, ich sehn mich kaum nach jenem andern,
Dem andern Garten, wo ich früher war.
Ich weiß nicht wo … Ich rieche nur den Tau,
Den Tau, der früh an meinen Haaren hing,
Den Duft der Erde weiß ich, feucht und lau,
Wenn ich die weichen Beeren suchen ging …
In jenem Garten, wo ich früher war …
Hugo von Hofmannsthal, 1874-1929
Danke an Helmut, der es mir geschickt hat.
Desaster oder
. . . es geht eigentlich noch?

Es geht noch. Der Regen hat fast aufgehört (17 Uhr 30) und natürlich musste ich gucken gehn, was noch steht oder auch nicht.
“Quel dommage!” dachte ich beim Anblick der Kir Royal – dabei kann ich kaum Französisch, aber dieser Ausspruch hat sich in irgendeinem Winkel meines Gehirns wohl festgesetzt und wollte nun unbedingt heraus. Aber man sieht ganz links unten, dass die nächste Knospe nur auf besseres Wetter wartet. Die Bergenien sehen eigentlich in jeder Lebenslage gut aus und die Hortensie, die unter den Auslaufern der Fichte steht, hat den Regen vermutlich sogar genossen. Gestern habe ich sie noch gedüngt, die müsste doch jetzt explodieren! Sie ist eine der “Geretteten”, die wochenlang hinter dem Schuppen gelegen hat, bis ich sie endlich einpflanzen konnte. Der ersten Taglilie hätte ich natürlich besseres Wetter gewünscht. Bleibt die Arctic Queen – vielleicht ist sie “not amused” aber sie übersteht auch dieses Wetter mit wahrlich britisch royaler Contenance. Lizbeth da drüben auf der Insel wäre stolz auf sie!
Wer die “trockenen” Fotos von gestern noch vor Augen hat – so sieht ein richtig nasser Teich aus:

Hermann Hesse: bei Heidis Habseligkeiten habe ich ein schönes und wunderbar passendes Gedicht von Hesse gefunden, das den Titel “Blumen nach einem Unwetter” trägt >
Geschwisterlich, und alle gleichgerichtet,
stehn die gebückten im Wind,
bang und verschüchtert noch und regenblind . . .
Bitte weiterlesen bei Heidi ![]()
Eine Rose . . .
ist eine Rose . . . ist eine Rose . . . * * *
Stimmt nicht, meine Rosen sehen alle ganz unterschiedlich aus. Heute hat die “Charlotte” von David Austin die erste Blüte soweit geöffnet, dass sich ein Foto schon mal lohnt:

Sie hat ein wirklich schönes Gelb
Die “Nostalgie”, deren Knospe noch vor kurzem rosig schimmert,
prunkt inzwischen in Rot, Rosé und Crème

Zum Vergleich:
* * * (A) Rose is a rose is a rose is a rose – dieser berühmte Satz der amerikanischen Schriftstellerin Gertrude Stein aus ihrem Gedicht “Sacred Emily” meinte mit der ersten Rose am Satzanfang den Frauennamen “Rose”. Später wurde dieser Satz ganz unterschiedlich ausgelegt und interpretiert. Möglicherweise spielt er auch einfach mit dem Gleichklang – A rose & Eros – Jedenfalls ist er inzwischen zur Redensart geworden.
Noch ein Bild von der Clematis “Arctic Queen”, an der ich mich gar nicht satt sehen kann.

Und am Rosenbogen die “Ilse Krohn superior” zusammen mit der Cl. viticella “Etoile violett”

Die “Ilse Krohn” macht sich jetzt doch, sie hat inzwischen eine Reihe von Knospen angelegt
und macht sich schön zur dunkelvioletten Clematis. Ich denke, in ein paar Jahren wird das ein tolles Duo sein.

Die “Ilse” nochmal solo
Regierungswechsel?
. . . in meinem Bett? Wo bislang immer nur Garfield thronte, hat es sich Jeanie inzwischen gemütlich gemacht. Was mag da in den drei Wochen unserer Abwesenheit wohl vorgefallen?

Beim Einkaufen bin ich vorhin an wunderschön verfärbten Bäumen vorbei gekommen. So macht der Herbst doch Freude. Da möchte ich fast wie in Kindertagen die Blätter in ganz unterschiedlichen Farben aufsammeln und mich hinsetzen und sie auf ein Papier kleben.


Herbstbild
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.
Friedrich Hebbel
(1813 – 1863)






Danke für diesen Award, aber bitte keine weiteren.




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