Ahorn
. . . für die Natur ist dieses Frühjahr bestimmt. Zwar ist es ein wenig seltsam, wenn man tags zuvor noch auf der Terrasse frühstücken konnte und am Nachmittag bei 32°C geschwitzt hat, nur um heute bei 12°C wieder zu bibbern, aber – der Garten strotzt vor Lebenskraft. Am erstaunlichsten ist die Veränderung unseres verbliebenen Ahorns. Im letzten Jahr wäre ich jede Wette eingegangen, dass er genau so kaputt geht wie unser mehrfach beweinter Hausbaum vor vier Jahren. 2011 hatte er kaum Blätter und das wenige Laub war klein, es gab viele dürre Äste. Trotzdem hat er wie verrückt Blüten bzw. Samen produziert – eine Notblüte wie es schien – die mich jetzt noch täglich zum Wahnsinn treiben. Aber in diesem Jahr steht der Baum da wie aus dem Ei gepellt. Man kann zwar nicht behaupten, dass es in unserer Gegend zuviel Regen gegeben hätte, aber doch reichlich und bis auf den März ist das Frühjahr irgendwie “normal” und das hatten wir schon einige Zeit nicht mehr. Auch die restlichen Pflanzen, egal ob Sträucher, Bäume oder Stauden schießen regelrecht ins Kraut. Selbst der Rasen, der gerade noch so kümmerlich aussah ist wieder saftig grün. Also dafür nehme ich auch noch die Eisheiligen in Kauf. Wäre natürlich nicht schlecht, wenn es dann doch demnächst einen schönen und warmen Restfrühling mit anschließendem Sommer gäbe, der seinem Namen alle Ehre macht.
Dieser 1. November, der so unschön neblig und grau angefangen hat, hat sich ab Mittag dann doch nochmal am Riemen gerissen. Nach einer leckeren und stärkenden Kartoffelsuppe, die heute mit viel Schnippelei in Gemeinschaftsarbeit entstand, hat’s mich dann in den Garten gezogen. Der große Ahorn hat nun fast das ganze Laub abgeworfen und ich hab’s mit dem Rasenmäher aufgenommen und damit auch gleichzeitig geschreddert. Diese Rasenschnitt-/Laubmischung kam zur Bodenverbesserung auf’s hintere Beet unter der hohen Tanne. Dort ist es ja sonst strohtrocken und der Boden sauer von den vielen Tannennadeln und den Tannenzapfenschuppen.
Der Sauerkirschbaum hat noch kaum Laub verloren. Unbedingt wässern musste ich den Bambus. Das ganze Jahr war bei uns doch extrem trocken. Selbst wenn es überall sonst in Deutschland geregnet hat, hier kam kaum was runter. Und dieser Herbst macht bisher keine Ausnahme. Viel gibt es im Garten nicht mehr zu tun. Nur noch wenige Stauden müssen zurück geschnitten werden. Das mache ich aber erst, wenn das Laub nicht mehr durch Farbe ziert.
Sieht doch immer noch irgendwie schön aus.
Der sowieso – da führt kein Weg dran vorbei ;-)
Die letzte “Lady Emma Hamilton” für dieses Jahr?
Farblich perfekt zur Lady Emma passend: die Herbstfärbung der Zaubernuss
(aber die beiden stehen nicht wirklich nebeneinander)
Bergenienblätter & der kleine Bambus – hier kann man schon ahnen,
dass dieser Bambus mal richtig schöne rote Halme bekommt.
. . . war ich einfach nur faul (meistens jedenfalls, vor allem kann frau sich ja nicht drücken). Aber es war sowas von heiß – gegen Mittag überschritten die Anzeigen auf den Außenthermometern ungelogen locker die 30°C Markierung. Den Nachmittag habe ich dann auch weitestgehend im Liegestuhl verbracht. An sich wollte ich lesen, habe dann aber ständig in den Ahorn geguckt und Vögel beobachtet – dort oder im Teich.
Badewetter – aus der Sicht einer Amsel
Erstmal die Lage sondieren . . .
. . . eindeutig Badewetter . . .
Und hier oben lass ich mich dann trocknen – ob das die Meisen stört?
. . . eher nicht, die haben genug damit zu tun den Nachwuchs satt zu kriegen . . .
. . . und wusch – ist sie auch schon wieder weg!
Und die Taube? Also die gucken immer ein bisschen pikiert . . .
. . . die kriegt mich jedenfalls niemals nicht!
Ach so, die hat auch nur Durst . . . baden geht die aber nicht. Diese Fellmonster sind wasserscheu.
Sodele – das war ein herrlich fauler und ziemlich heißer Tag. Nun ist es gleich 22 Uhr und es kühlt merklich runter – Zeit rein zu gehn. Die Solarleuchten rund um Terrasse und Teich sind auch an. Richtig dunkel ist es noch nicht, aber das wird dann wohl demnächst. Schönen Abend noch und schlaft schön, morgen soll’s wieder warm und sonnig werden.
. . . aber sowas von, ist in diesem Herbst unser (neuer) Rasen. Glücklicherweise nur in einer ganz bestimmten Ecke. Zunächst habe ich am Wochenende diese Stellen ausgestochen, mit neuer Erde aufgefüllt und Grassamen ausgesät, aber es werden immer neue Stellen und jetzt geb ich es auf. Es ist halt eine sehr feuchte und jetzt im Herbst auch schattige Stelle. Wenn ich noch mehr mehr Grassoden aussteche, habe ich den reinsten Flickerlteppich und ob das wirklich was bringt, weiß ich auch nicht. Ein naturnaher Garten muss sich wohl auch mit Pilzen befreunden. Sie sehn ja eigentlich auch ganz nett aus, einige jedenfalls. Ich frage mich, ob das mit den Restwurzeln des alten Ahorns zu tun hat, den wir im Frühjahr wegen Fäulnis fällen mussten. Es ist nämlich genau diese Ecke!



Was ist das? Die kleinen Taglilien blühen noch einmal . . .
Tatsächlich!
Jeanie kontrolliert sämtliche Gräser . . .
. . . aber Seggen und Pampasgras sind doch ein bisschen sehr hart
Die letzten Hortensienbälle nehmen noch schöne kräftige Farben an
Im Morgengrauen kamen sie angeschlichen gefahren, die Männer mit den Kettensägen. Es war heute echt noch finster um kurz vor 8 Uhr – ganz anders als gestern. Und irgendwie bleibt der Himmel auch bedeckt. Fehlt grad noch, dass er weint wegen des Baumes. Unser Hausbaum wird gemetzelt, aber es ging halt leider nicht anders. Durch und durch morsch wäre er uns sonst vielleicht noch auf’s Glasdach vom Wintergarten geknallt. Der zweite Ahorn ist besser dran, der wurde nur etwas ausgelichtet. Im Moment (11 Uhr) steht vom “Hausbaum” schon fast nichts mehr.





Die Vogel- und die Katzenwelt sind derzeit gleichermaßen aufgeschreckt. Im Moment ist Mittagspause und nacheinander kommen Jeanie und Garfield wieder angetrabt und auch ein paar Meisen und Amseln finden sich wieder im Garten ein. Der Frieden wird nicht lange währen, denn die Baumchirurgen kommen nochmal zurück, um den Stumpf aus dem Boden zu fräsen. Das ist seit langem der erste ausgefräste Stumpf. Die letzten stecken alle noch im Boden. Aber falls wir dort doch wieder einen neuen Baum pflanzen wollen, dann muss das sein.
Sind die wirklich weg???
Tja – als Nächstes müssen wir dann dringend das Problem der Wintergartenbeschattung lösen. Wir hatten ja im letzten Sommer schon Probleme, als der Ahorn kaum noch Blätter hatte. Unter den langen geraden Dachfensterscheiben haben wir ja gerade Stoffbahnen laufen, aber die Ecken sind das Problem. So schick die individuelle Form unseres Wintergartens auch ist, Markise geht da einfach nicht. Vermutlich werde ich Stoffsegel nähen. Das Unpraktische ist nur, dass man dann immer auf eine Leiter klettern muss, um sie ab und vor zu machen, je nachdem wie man’s gerade braucht.




