Blätter-Challenge
Ab heute startet Frau Kunterbunt ein neues Projekt, bei dem wir jede Woche ein einziges Blatt fotografieren sollen, besser gesagt nur ein Blatt darf auf dem Foto sein, aber es dürfen durchaus mehrere Fotos gemacht werden. Das Ganze nennt sich “The New Challenge” und weil Challenge unter anderem auf Deutsch auch Wettbewerb heißt, können die Bilder in einer Flickr Group eingestellt und später bewertet werden. Das ist nicht so mein Ding. Ich mache deshalb irgendwie außer Konkurrenz mit und weil es um Blätter geht, zeige ich die Fotos hier. Und wie es meistens so halte, werde ich sicher auch immer etwas dazu schreiben.
Noch kritzegrün und schnörkellos – das Blatt einer Eiche
. . . und gleich nochmal vor einem anderen Hintergrund
Die Stiel-Eiche (Quercus robur) ist der Baum der Deutschen schlechthin (Baumkunde siehe HIER). Bei den Germanen war sie dem Gewittergott Donar (= Thor) geweiht. Die Sachsen beteten die Irminsul an. Bei den Kelten war sie dem Himmelsherrscher und Wettergott Taranis gewidmet. Durch den römischen Geschichtsschreiber Plinius dem Älteren ist überliefert worden, dass die Kelten ohne Eichenlaub gar keine kultischen Handlungen vollzogen. Die sakrale Bedeutung der Eichen für die Kelten ist auch daran zu erkennen, dass das keltische Wort Druide für Priester von duir abgeleitet ist, was Eiche bedeutet. Der heilige Bonifatius fällte die Donareiche bei Geismar im Jahr 723, um zu beweisen, dass der Gott der Heiden ein ohnmächtiges Wesen sei, das nicht einmal seinen Baum schützen könne. Dennoch wird die Eiche in vielen Gedichten und Liedern besungen und gilt mythologisch als Baum der Ewigkeit, sie steht für Kraft, Ausdauer und Härte. Auch Dr. Edward Bach hat sie in seinen Blütenessenzen als nützlich für den erschöpften Kämpfer, der am Ende seiner Kraft angelangt ist, erkannt (Oak-Essenz). Oder anders ausgedrückt für Menschen, die sich selbst bis zur Erschöpfung unter Druck setzen, sehr ehrgeizig sind, die sich nicht entspannen können bis sie schließlich “ausgebrannt” sind.
Alte – sogenante Hute-Eichen – findet man bei uns in Frankfurt teilweise noch auf der Schwanheimer Mainseite. Sie sind Relikte (und inzwischen Naturdenkmäler) aus einer Zeit, in der die Schweine zum Mästen in die Wälder getrieben wurden. Normalerweise wurde der Baumbewuchs dadurch vernichtet. Hutebäume widerstanden der massiven Beweidung meist als Solitärbäume.
Das erinnert mich doch gerade nochmal an meinen Besuch Ende April im Wildpark “Alte Fasanerie”, in dem man sehr gut erkennen konnte, welche Verwüstungen Horden von (Wild-)Schweinen hinterlassen können.
Renaissance
. . . des Frühlings – anders kann man das heutige Wetterchen kaum bezeichnen. Die Sonne lacht vom blauen Himmel. Ich habe gerade eine gute Stunde im Garten gewerkelt bei gut und gerne 20°C. Erst der Hunger hat mich reingetrieben und das Wintergartenthermometer zeigt drinnen satte 26°C.
Dieser Blätterhaufen – alles vom Flieder – spricht allerdings gegen den Frühling

Unsere frühere “Horrorecke” unter der hohen Tanne, entwickelt sich immer mehr zu meiner Lieblingsecke, zumindest seit dem Spätherbst. Zwar habe ich heute die verblühten Herbstanemonen zurückgeschnitten, aber die Fuchsie blüht noch, die Farne stehen im Saft und auch Blätter und Blütenstände der Hortensien tragen zu einem fröhlichen Eindruck bei.

Etwas weiter vorne zwischen den Bambusbüschen blüht seit August etwas Blaues, für das ich keinen Namen habe. Ich hab’s im Sommer mal für wenig Geld bei einem Gartencenter mitgenommen und dort zusammen mit gelben Sommerblühern eingepflanzt. Das Gelbe hat nicht lang gehalten, aber die blauen Blüten – sie erinnern ein bisschen an Lavendel oder Salbei – blühen ununterbrochen.

Auch die unglaubliche Stockrose “Parkrondell” ist der Dauerblüher schlechthin
Unkraut wächst nach wie vor sowieso, das kennt keine Pause. Ich habe nochmal fleißig gejätet, aber das macht jetzt keinen so richtigen Spaß mehr. Trotzdem – da ich ja den Garten ständig vor Augen habe, egal ob ich am Schreibtisch sitze oder im Wintergarten am Esstisch – solange noch kein Schnee die Erde bedeckt, soll es ordentlich aussehen.
Dieser Sonntag
. . . war wirklich nochmal ein Geschenk. Die Markise ist nun im Keller, Laub habe ich zusammen gerecht und trocken gelagert, damit kann ich im November noch die Fuchsie und die Herbstanemonen abdecken. Ein paar Zwiebelchen kamen noch in die Erde und es war rundrum schön im Garten. Auch die Datura musste nun weichen. Der erste Frost vor ein paar Tagen hat die Blätter schlapp werden lassen. Weil am Stechapfel alle Teile giftig sind, kam er komplett in den Müll. Irgendwie schade um die tollen Früchte. Ob man sie trocknen könnte? Aber vermutlich bleiben sie trotzdem giftig. Ab und an sieht man noch Marienkäfer fliegen und vereinzelt Schmetterlinge. Gestern Morgen fand ich einen Tagpfauenauge in meinem Schlafzimmer auf dem Teppichboden. Möchte bloß wissen, wie der sich dorthin verirrt hat. Ich habe ihn vorsichtig ins Freie gebracht, aber lange wird der jetzt wohl nicht mehr leben.






Gräser und bunte Blätter sind eindeutig die Stars des herbstlichen Gartens

Der blaue Hintergrund beim letzten Bild ist ein interessantes Artefakt. Eigentlich befindet sich hinter dem Pampasgras eine schüttere Ligusterhecke. Um das Gras so leuchten zu lassen, wie ich es empfunden habe, habe ich den Filter “Aufhellblitz” mit maximaler Sättigung benutzt. Und plötzlich war die Hecke blau.
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Danke für diesen Award, aber bitte keine weiteren.


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