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Blüten

Herbst

Das Sommerende lässt sich eindeutig nicht mehr schönreden – der Herbst hält Einzug im Garten. An einem nassen, kühlen und trüben Vormittag wie heute wird das besonders deutlich, auch wenn Sommerblumen wie Rosen und Taglilien immer noch neue Blüten nachschieben. Aber es wirkt nicht mehr, die Luft, die ganze Stimmung ist anders – Pilze machen sich überall im feuchten Rasen breit.

Letztes Jahr habe ich versucht die Pilze auszustechen, inzwischen lass ich sie gewähren

Lady Emma Hamilton bringt auch nochmal Knospen hervor

Eine tolle Farbkombination im Alpinum

Die gelbe Taglilien sind unermüdlich

Und die Zaunwinde sieht auf einmal ihre große Chance, denn ich mag einfach nicht mehr täglich durch’s feuchte Gestrüpp, um überall die lästigen Dinger zu entfernen. Diese Gartenmüdigkeit im Herbst ist für mich typisch und verhindert oft das Setzen neuer Zwiebeln für’s kommende Frühjahr oder andere sinnvolle und eigentlich notwendige Arbeiten. Aber ich hoffe darauf, dass es doch auch immer wieder ein paar sonnige und warme Tage geben wird. Dann macht es nochmal Freude.

Mabon, die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche, die Erntedankfeste stehen vor der Tür. Der Tag ist am 21. September nur noch solang wie die Nacht, aber schon ein paarmal in den letzten Tagen habe ich gedacht, dass es nun schon wieder viel zu wenig Tageslicht gibt. Es mag der merkwürdige Sommer gewesen sien, der uns zwar im Juli Hitzegrade ohne Ende bescherte, aber schon im August  wieder zu Ende war. Eigentlich habe ich das Gefühl, dass wir uns schon Samhain nähern, obwohl es bis dahin noch gut 7 Wochen sind. Es wird Zeit sich zu überlegen, was man mit den kommenden Monaten so anstellt, um nicht Trübsal zu blasen.

LaGa

An alle Gartenblogger, die normalerweise nur hier lesen: schaut ruhig auch unter dem Datum vom 26.August in den normalen Mainzauber-Blog – Überschrift “Jugendstil”.

Nun aber doch mal zur LaGa selbst. Mir war klar, dass die große Zeit der tollen Blütenpracht vorbei sein würde. So war es auch, vor allem im großen Kurpark waren Blüten Mangelware. Auf den großen Wiesen bergauf zum Kurhaus gab es zwar mehrere Blumenbänder voll mit Zinnien, Spinnenblumen und Dahlien, aber so richtig toll sah das nicht mehr aus. Immerhin habe ich für mich die Zinnien wieder – und die Cleomen (Spinnenblumen) überhaupt entdeckt. Auch sehr viele Verbenen (Patagonisches Eisenkraut) blühte und ich habe mich schon gewundert, dass auch hier kaum Schmetterlinge zu sehen waren. Das war wohl kein Schmetterlingssommer.

Verbena bonariensis und weiße Cleomen


Immerhin hat sich ein Kleiner Fuchs in Szene gesetzt – einen Kaisermantel habe ich noch
gesehen, ihn aber leider mit meinem eigenen Schatten verscheucht. Das war sehr ärgerlich.

Natürlich ist jetzt in erster Linie Dahlienzeit:

Die Sortenbezeichnungen habe ich mir diesmal nicht gemerkt


*

Fleißige Bienchen waren überall am Werk

Die Bilderauswahl lässt vielleicht vermuten, dass die Gärtner dem Trend zur Farbe Lila gefolgt wären, aber das stimmt nicht ganz, es hängt wohl eher von meinem Geschmack ab, was ich fotografiert habe. Aber es war auffällig, dass sehr häufig der purpurfarbene Sonnenhut auftauchte. Den habe ich aber gar nicht fotografiert, weil der sowieso bei mir im Garten blüht. So – jetzt muss ich mich mal ein bisschen dem Haushalt widmen. Zum Abschluß für heute kommt eine eine schöne Hibiskusblüte. Exotische Kübelpflanzen bzw. solche, die nicht im Freien überwintert werden können, wurden auf der Terrasse des Kurhauses zur Schau gestellt.


wird fortgesetzt . . .

Kräutergärten

. . .  wecken immer mein Interesse und so war ich auch ganz begeistert, als ich im Botanischen Garten (siehe Beiträge gestern und vorgestern HIER) den neuen Arzneikräutergarten entdeckte. Kräuter passen nun wirklich besser hier hinein und der normale Mainzauberblog hat auch heute schon seinen Beitrag bekommen ;-)

Der neue Kräutergarten liegt – jedenfalls so wie ich gelaufen bin – am Ende des Rundganges durch den Botanischen Garten. Wenn ihr mal auf den Plan seht, dann etwa dort, wo rechts unten das Wort Bienenhaus steht.

Dort wo ich ankam, sah ich zunächst das heute allgegenwärtige Insektenhotel und daneben eine gleichgroße Schautafel mit Erklärungen. Am Insektenhotel fand mal besonders originell, dass dort auch kleine leere Schneckenhäuser eingebaut waren.

Hier schien mal die Sonne, die weißen Schneckenhäuser reflektieren die Strahlen,
aber ihr könnt sie sicher trotzdem entdecken.

Als nächstes fiel mein Blick auf ein langgestrecktes Beet, an dem stand: Arzneimittelpflanzen der Römerzeit. Das waren natürlich sehr viele Kräuter, die wir auch heute noch kennen, da hat sich ja nicht viel geändert. Am Beet mit den Pflanzen gegen Atemwegserkrankungen sah ich eine junge Frau, die hingebungsvoll die Köniskerzen studierte, Fotos aus allen nur denkbaren Blickwinkeln und schriftliche Aufzeichnungen machte. Ich schätze, das war eine Studentin des Botanischen Instituts.

Verbascum / Königskerze

Hildegard von Bingen erwähnt die Königskerze unter wullena als Heilmittel für ein „traurig Herz“. Die Stängel wurden früher in Harz oder Pech getaucht und als langbrennende Fackel genutzt. In der Phytotherapie werden die auch Wollblumen genannten Blüten . . .  als schleimlösendes Mittel . . . bei Erkältungen verwandt.
(Quelle: Wikipedia in Auszügen)

Mir fiel prompt wieder ein, dass ich im letzten Jahr um diese Zeit im großen Kräutergarten der Abtei in Seligenstadt war und mir eigentlich vorgenommen hatte, mal zur Hauptblütezeit dorthin zurück zu kommen. Nun stand ich erneut in einem Kräutergarten, dessen beste Zeit im Jahr schon wieder vorbei war. Aber so ist das, wenn man einen eigenen Garten hat, um den man sich kümmern muss. Im neuen Arzneigarten findet man auch einen schönen steinernen Wassertrog, der noch aus der Zeit des Herrn Senckenberg stammt bzw. aus dessen erstem Arzeimittelgarten in der Nähe des Eschenheimer Turmes.

Auf den Namen “Senckenberg” trifft man in Frankfurt allenthalben, nicht zuletzt wegen des weltweit bekannten Senckenberg (Naturkunde) Museums.

Johann Christian Senckenberg (* 28. Februar 1707 in Frankfurt am Main; † 15. November 1772 ebenda) war ein deutscher Arzt und Stifter. >>> Am 18. August 1763 errichtete er die Dr. Senckenbergische Stiftung, deren Ziel es war, das Frankfurter Medizinalwesen, die Krankenversorgung und die Ausbildung der Ärzte zu verbessern. Auf dem im Jahre 1766 erworbenen ersten Stiftungsgelände östlich des Eschenheimer Tores entstand in den folgenden Jahren ein medizinisches Institut mit Bibliothek, Laboratorium chymicum, Gewächshäusern und einem Theatrum anatomicum, sowie ein Bürgerhospital. Die Dr. Senckenbergische Anatomie, die sich aus diesem Theatrum anatomicum entwickelte, ist damit wesentlich älter als die im Jahre 1914 gegründete Johann Wolfgang Goethe-Universität. Quelle: Wikipedia

Auch wenn ich mich jetzt verzettele, aber hier kommt noch ein interessanter Hinweis, wie es früher mal um die medizinische Versorgung bestellt war: “Es (das Bürgerhospital)  war das erste Krankenhaus in Frankfurt am Main, das auch ortsansässige Bürger behandelte. Der ursprüngliche Gebäudekomplex wurde zwischen 1771 und 1779 südöstlich des Eschenheimer Tors durch die Dr. Senckenbergische Stiftung errichtet. Zuvor hatte es in Frankfurt zwar bereits das erstmals 1267 urkundlich erwähnte und gleichfalls noch heute bestehende Hospital zum Heiligen Geist gegeben, das allerdings nur für die Beherbergung von Fremden, Pilgern, Wandergesellen, Dienstboten und Mittellosen offen stand. Kranke Frankfurter Bürger mussten sich hingegen zuhause ärztlich versorgen und pflegen lassen.” (Quelle: Wikipedia)

Echter Steinklee / Melilotus officinalis (Sweet Clover)

Steinklee habe ich schonmal gelesen, weiß auch, wofür er in der Naturheilkunde angewendet wird (Veneninsuffiziens), aber wie er aussieht, wusste ich bisher nicht. Wieder was dazu gelernt. Sein wichtigster Wirkstoff ist das Cumarin. Deshalb duftet Heu, das von Steinkleewiesen stammt auch imer ein bisschen nach Waldmeister.

Und nun als Letztes noch, dann ist’s genug – die Artischocke, jedenfalls die Blüten derselben.

Artischocke / Cynara cardunculus

Die Artischocke – der wissenschaftliche Name sagt es schon, gehört zu den Karden, also Distelgewächsen. Die fleischigen unteren Blütenblätter und der Blütenboden sind essbar und gelten als Delikatesse. Ich persönlich kann damit wenig anfangen, ich finde dass die Dinger eigentlich nach nichts schmecken. Dafür sind die blauen Blüten wie viele Distelblüten sehr hübsch. Die Artischocke ist aber auch eine alte Arzneipflanze: ihr wird eine appetitanregende, verdauungsfördernde und cholesterinsenkende Wirkung zugeschrieben. Der in ihnen enthaltene Bitterstoff Cynarin regt den Stoffwechsel von Leber und Galle an.

Nach soviel wissenschaftlichem Input gibt es jetzt nur noch was zum Angucken und erholen:

Seerose / Nymphea alba

Küken einer Stockente
Im Wasser waren sie zwischen den Seerosenblättern kaum zu erkennen.

Rattenscharf

. . . der neue Rasenmäher und amaz*n hat ihn genauso schnell geliefert wie ich das von Büchersendungen her gewohnt bin.


Ein stylischer neuer Katzentransportkorb? Nein – der Grasfangkorb vom Rasenmäher!

Das gute Stück habe ich heute Morgen in Nullkommanichts fast ohne Werkzeug zusammengebaut. Nur für zwei Kreuzschlitzschrauben brauchte ich einen Schraubendreher. Der Mäher und seine Einzelteile sind sehr leicht, sehr handlich, absolut frauentauglich. Kein Vergleich zu dem s*uschweren Benziner.


B*sch Akku-Sichelrasenmäher R*tak Li 43

Natürlich habe ich ihn auch gleich ausprobiert. Hier steht er übrigens genau auf der Grenze vom schönen grünen Rollrasen zur eingesäten Unkrautwiese. Die habe ich mir dann auch vorgenommen, weil dort der Benziner vor ein paar Tagen mal wieder den Geist aufgab. Der rote Hebel vorne links ist für die Höhenverstellung und funktioniert  – auch wieder im Vergleich zum alten Benziner – supereinfach. Auf mich macht er einen stabilen Eindruck. Abbrechen kann der wohl nur, wenn man Gewalt anwendet. Überhaupt macht mir das Kunststoffgehäuse bisher einen sehr soliden Eindruck. Ich hatte mir vor dem Kauf ja etliche Meinungen dazu durchgelesen. Die meisten waren positiv, nur einige mäkelten eben am Materieal herum.
Also – das Teil schiebt sich wunderbar, mäht großartig, da stinkt nichts, relativ leise ist er auch, Kabel hat er natürlich auch keines und ich bin rundrum begeistert. Ich habe den gesamten hinteren Gartenteil mit den zwei beiliegenden nur halb aufgeladenen Akkus gemäht. Wie lange der einzelne Akku also läuft, wenn er voll geladen ist, kann ich noch nicht beurteilen. Heute Abend will ich den vorderen Teil noch mähen, der, obwohl gerade Anfang der Woche erst geschnitten, schon wieder hoch im Saft steht. Bis dahin sind beide Akkus voll geladen – der erste brauchte tatsächlich nur 1 Stunde.  Einige haben noch kritisiert, dass der Grasfang keine Anzeige hat, wann er voll ist. Also ich hatte noch nie einen Mäher mit solchem Service. Spätestens wenn geschnittenes Gras liegen bleibt, dann weiß ich, dass der Korb voll ist.

Der Sommer ist zurück und nun blüht es auch wieder überall:


Der gefüllte lila Gartenhibiskus blüht nun wieder und lässt mich die Stockrose “Parkrondell” verschmerzen, die den Winter nicht überlebt hat.


Neue Blütenbällchen gibt es bei der Austinrose “Charlotte”

Der Knaller schlechthin: ein Sonnenhut in orange

Zum Kauf der pinkfarbenen und der feuerfarbenen Echinaceen musste mich im letzten Jahr der Herr Södler vom Gärtnereiverband erstmal überreden. Ich war ja mehr so für’s Dezente wie immer ;-)   Aber das habe ich nun doch nicht bereut, obwohl  irgendwer hier im Blog noch geschrieben hat, die würden vermutlich nicht wiederkommen. Wobei – eine ist verschwunden! Aber ich fürchte, die habe ich im Frühjahr zusammen mit Unkraut rausgerupft. – Jetzt habe ich nochmal nachgelesen – beim Herbstmarkt war das und Herr Södler wollte mir eine in Grün schmackhaft machen *lach*. Es war seine Gattin, die mir die “orientalischen” Farben zusammengestellt hat.

Hummel, Hummel

. . . ohne Mors, Mors***.  Viel blüht im Garten derzeit nicht. Aber was blüht, ist größtenteils von Hummeln belagert. Die dicken Brummer hängen überall, vor allem an den zierlichen Lavendelrispen, aber auch an den diversen Echinaceablüten und den Sonnenhüten. Auch in die “Tüten” der Hostablüten finden sie hinein. Es ist wirklich unglaublich.

*** Zu diesem hanseatischen Ausruf siehe auf den Bombus-Seiten.


Das hier auf der weißen Blüte dürfte eine Helle Erdhummel (Bombus lucorum) sein

Das hier auf der gelben Blüte müsste eine Ackerhummel (Bombus pascuorum) sein

Seht ihr die vielen kleinen dunklen Pünktchen? Alles Hummeln

* * *

Und meine Seerose bekommt eine Blüte (auch wenn sie hier noch nicht zu sehen ist)

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