Fingerhut
Vorhin als ich in der Sonne auf der Terrasse saß und mir die fast kahlen Bäume angesehen habe, dachte ich noch, das sich die Natur auch von überraschend schönem Wetter nicht beirren lässt. Mal abgesehen von meinen wunderlichen Helleboruspflanzen, die teilweise das ganze Jahr über blühen. Aber als ich dann einen Rundgang durch den Garten gemacht habe, seh ich doch tatsächlich, dass ein Rhododendron tatsächlich eine Blüte hat und eine weitere Knospe am Aufblühen ist.
Das ist ja ein Ding und es gefällt mir nicht so recht. Hoffentlich halten sich die anderen Knospen zurück.
Der weiße Fingerhut im Unterholz der Tanne ist ein echter Dauerblüher.
Aber sonst geht die Natur schon ihren geregelten Gang. Die meisten Bäume sind fast kahl. Morgen muss ich unbedingt wieder Laub rechen. Einige Sträucher mit lederartigen Blättern wie der späte Winterschneeball (Viburnum) verfärben sich hingegen erst jetzt.
Ich weiß gar nicht genau, welche Sorte das ist. Die Blüte ist im späten Frühling und eher bescheiden. Der Strauch
unterscheidet sich sehr vom winterblühenden Duftschneeball, aber die Herbstfärbung ist wunderschön.
Zur Hochform läuft nun der rote Zierahorn oben am Teich auf – er sieht großartig aus. Er ist in diesem Jahr nur kurzzeitig im Spätsommer vergrünt, vermutlich weil der Sommer alles andere als heiss und sonnig war. Nun trumpft er noch mal mit einer feurig-roten Farbe auf.
Direkt unter ihm wächst fast im Verborgenen ein feinblättriger Farn, der sich da im Sommer sehr wohl fühlt: Wenn der
Ahorn nun seine Blätter verloren hat, wird der Farn noch eine ganze Weile sehr schön aussehen.
Mein Bambus hat viele gelbe Blätter. Ich glaube, den sollte ich nochmal gründlich wässern. Er ist so dicht, dass wenig Regen an ihn kommt, wenn es nicht echte Sturzbäche sind. Alle anderen Pflanzen bekommen allein durch den Tau genügend Feuchtigkeit. Der Rasen ist morgens immer total nass und die Feuchtigkeit hält sich, selbst wenn fast den ganzen Tag die Sonne scheint. Denn so richtig heiss ist sie jetzt nur noch wenige Stunden am Tag. Aber es ist zur Zeit einfach traumhaft. Ab und an sieht man noch ein paar Libellen, auch Bienen, Hummeln und Wespen, aber die Zeit der Schmetterlinge ist definitiv vorbei für dieses Jahr. So allmählich neigt sich die Gartensaison dann doch für dieses Jahr dem Ende entgegen.
. . . und ein paar andere Lichtblicke im trüben Dauerregen:
Die Blüten der Nostalgierose leiden zwar auch unter dem Regen, aber da sie zwischen den Bambussträuchern
doch einigermaßen geschützt stehen, überleben sie eher als die der anderen Rosen.
Dem panaschierten Hartriegel gefällt dieses Wetter sowieso. Der hat sich in diesem Jahr zu einem
riesigen Busch entwickelt und begräbt rechts allmählich die Rhododendren unter sich. Da werde ich
demnächst mal schneiden müssen, damit die Luft bekommen.
Im Schattenbeet blüht der weiße Fingerhut zwischen den Farnen.
Die kleine Hortensie, die ich nach dem Winter schon fast aufgegeben hatte, päppel ich
nun im Blumentopf wieder auf. Mal schaun – aber ich denke, die wird wieder.
. . . hat Teich und Bach erobert – Alchemilla mollis, der Frauenmantel, blüht. Dazwischen bereits die ersten Taglilien. Alles andere geht ein bisschen unter.
Alchemilla mollis – Frauenmantel
Der Name Alchemilla mollis stammt aus der Zeit, als Alchemisten noch versuchten aus den Guttationstropfen auf den Blättern des Frauenmantels Gold zu gewinnen. Der Frauenmantel scheidet das Wasser (Guttationstropfen) aktiv durch feine Poren am Blattrand aus.
Wegen seiner Kraft gegen Frauenleiden weihten die vorchristlichen Hebammen und Kräuterweiber den späteren “Unser Frowen Mantel” der Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin Frigga. Der deutsche Name an sich stammt von der Blattform, der mit dem Mantel der Maria verglichen wurde. Mit dem Frauenmantel hatte die Göttin den Frauen ein Mutterkraut geschenkt, das – insbesondere bei abnehmendem Mond gebraucht – die Macht besaß, Blutungen zu stillen oder Geburtswunden zu schließen.
Wenn sie blüht, ist die Pflanze recht hübsch anzusehen, aber sie breitet sich langsam aber sicher aus wie Unkraut. Bei den neuen Beeten habe ich völlig darauf verzichtet, obwohl sie sich als Randbepflanzung sonst ganz gut macht.
Die einfachen gelben Taglilien (Hemerocallis Hybride ‘Stella de Oro’) blühen schon . . .
. . . auch der lila Fingerhut, der sich ganz hinten am Zaun vor ein paar Jahren selbst ausgesät hat, . . .
. . . während die neuen Pflanzen im Halbschatten von Tanne und Farnen noch lange nicht soweit sind.
Bunt geht es am Carport zu . . .
. . . wo nun auch die Clematis “Arctic Queen” aufgeblüht ist.





