Libellen

. . . heißt die Devise ab Mittag. Dass ich das Kürbissüppchen fotografieren wollte, fiel mir erst wieder ein, als es aufgegessen war und wir auf der Terrasse noch einen Kaffee getrunken haben. Dabei haben wir begeistert der geflügelten Tierwelt zugeschaut. Über dem Teich war richtig was los. Gleich drei Libellenpärchen waren mit der Eiablage beschäftigt, während männliche Singles es sich derweil auf warmen Steinen oder den Planken der Terrasse gemütlich machten. Auch der Gartentisch wurde wieder angeflogen und natürlich wollte auch wieder eine aus dem Wintergarten gerettet werden.

Heidelibelle auf TischAuf dem Tisch in relativer Sicherheit . . .

Heidelibelle am Teich. . . auf dem Stein am Teichrand schon weniger . . .

Jeanie auf Libellenfang. . . vor allem wenn bei Jeanie der Jagdinstinkt erwacht (aber die Libelle war schneller).

Fetthenne und Bodendeckerrose
*

Kohlweißling auf Verbena bonariensisEs gibt kaum einen dankbareren Dauerblüher für den vertikalen Aspekt im Beet als
das Patagonische Eisenkraut (Verbena bonariensis)

Herbstanemone WirbelwindHat mein Herz im Sturm erobert: die niedrig wachsende Herbstanemone “Wirbelwind”

FuchsieDie Fuchsie am Carport trumpft nochmal so richtig auf.

ZierquittenZierquitten im Vorgarten . . .

. . .  und gleich nebenan:

Christrose. . . die keineswegs erste blühende Christrose in diesem Sommer. Diese Pflanzen halten sich bei mir im Garten
aber auch überhaupt nicht an die Jahreszeiten.

BlumenampelDann mal Tschüss für heute. Die Sonne hat sich verzogen und prompt wird es empfindlich kühl.

. . .  im Garten? Von wegen! Als wir heute beim Frühstück auf der Terrasse saßen, war ganz hübsch was los. Zunächst kam eine Horde junger Grünfinken angetorkelt – fast noch flugunfähig, aber ans Wasser wollten sie unbedingt. Irgendwo saß der Muttervogel und machte einen Mordskrach. Wir hatten alle Hände voll zu tun unsere Jeanie in Schach zu halten. Als Nächstes flog mir gleich zweimal eine Amsel um die Ohren, aber so richtig. Ich hatte offenbar den Sonnenschirm in ihre gewohnte Flugbahn gestellt. Ich konnte richtig den Luftzug an meinem Ohr spüren. Später machte sich ein Buntspecht mit lautem Klopfen am Meisenkasten bemerkbar. Da musste ich dann doch die Digi holen – aber als ich zurück war, war auch der Specht wieder weg.

Es ist gut warm heute, wobei es sich im Moment etwas bewölkt. Ich war schon im Teich plantschen – naja, also mit den Füßen drin, um mal wieder den Kies aus dem Wasser teilweise an den Rand zu befördern, den Tauben und Katzen ständig verrutschen. Irgendwann liegt dann die Folie frei und die Wasserrinne in den Bächlein wird immer schmaler. Aber das ist kein großer Aufwand und bei diesem Wetter angenehm. Wenn es kalt ist, dann muss ich allerdings mit Gummistiefeln rein.

Dann kam Linus vorbei und legte sich doch prompt unter Garfields Lieblingsbusch. Der thronte wie der König der Löwen gegenüber auf einem Stein, und bald trollte sich Linus dann doch wieder.

LinusKater Linus vor Garfields Höhle unterm Busch
Linus vor Garfields HöhleGeht eigentlich gar nicht . . .

Garfield. . . aber Garfield nimmt’s gelassen – vielleicht ist ihm auch nur zu warm zum streiten.

Ganz viele Libellen sind im Moment im Garten unterwegs. Vorwiegend Heidelibellen, aber auch Mosaikjungfern. Fotografieren kann ich aber immer nur die Heidelibellen. Die lassen sich überall und nirgends nieder, die größeren Mosaikjungfern schwirren nur wie kleine Torpedos durch die Gegend.

Heidelibelle Weibchen

Heidelibelle Männchen

Und die Bussarde machen einen mordsmäßigen Krach. Gerade kreist wieder einer über den Gärten und schreit sich was ab. Kann mir nicht vorstellen, dass das beim Jagen sonderlich hilfreich ist.

. . . gehen mir allmählich aus *lach* oder ich müsste endlos lange solche produzieren. Egal – also ich war am Nachmittag wieder im Botanischen Garten. Eigentlich wollte ich auch den Palmengarten noch “mitnehmen”, aber da es doch recht heiß war/ist, haben mir die fast vier Stunden im Botanischen Garten dann doch gereicht. Glücklichweise gibt es dort ja auch etliche Waldbezirke, wo man sich in den Schatten flüchten kann.

Wald und Wiese

Die meiste Zeit läuft man aber doch durch offene Landschaften. Ich bin heute auch sehr unkonventionell gelaufen, kreuz und quer und immer mal wieder am großen Teich vorbei, in der Hoffnung ein paar Großlibellen wie die Grüne Mosaikjungfer fotografieren zu können. Eben gerade schwirrte wieder eine im Tiefflug mehrfach durch unseren Garten, aber von Hinsetzen halten die grad gar nichts. So blieb es auch im Botanischen Garten wieder bei Altbewährtem:

männliche Blutrote HeidelibelleBlutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum) – diesmal eindeutig ein erwachsenes, durchgefärbtes Männchen

Becherjungfer?
Das hier könnte eine . . .  Nein, Edith hat natürlich recht: Das ist eine Große Pechlibelle/Ischnura elegans / Mich irritiert das viele Schwarz auf den Hinterleibssegmenten. < Genau daran hätte ich sie erkennen müssen! Und vor allem hat mich Edith bereits zum zweiten Mal auf genau diese Libelle aufmerksam gemacht. Das ist schon fast peinlich. Ob nun endlich der Lerneffekt eintritt?

Blick über den Teich

Blick über den Teich

Farne im Gegenlicht
Die meiste Zeit bin ich den Bächlein gefolgt, die das Gelände überall durchziehen. Viele sind so schmal und im Moment mit Entengrütze überzogen und von Pflanzen verhüllt, dass man manchmal nur durch die Trittsteine feststellen kann, dass man gerade über’s Wasser läuft.

Unscharfes GeglitzerUnscharfes Bächleingeglitzer mit Filter  zu ein bisschen “Kunst” verhunzt ;-)

Alant

“Alant mit Minze an Entengrütze” – das wär doch was für die Sterne-Küche.

Ich denke, es handelt sich um Wiesenalant (Inula britannica), den ich mir mal vorgemerkt habe, ebenso wie die Sumpfgarbe. Ich will rund um unseren Teich noch einiges verändern, damit er irgendwann möglichst ausschließlich von Pflanzen umgeben ist, die an einen Teich gehören. Dafür muss manches Andere wieder weichen. Ich befinde mich in einem ständigen Lernprozess, was Pflanzen betrifft.

Sumpfgarbe

Das soll’s für heute erstmal gewesen sein. Mal morgen gucken, ob ich noch was habe, was ich hier zeigen könnte.

Ich fühle mich verfolgt. Als ich eben durch den Garten ging – zunächst ohne Kamera, was man nie machen sollte – stieg unmittelbar neben mir plötzlich eine große Blaupfeillibelle mit diesem typischen kratzenden Flügelgeräusch auf. Ich bin richtig erschrocken. Leider, leider ließ sie sich nicht mehr nieder sondern entschwand über die Straße in einen Nachbargarten. Ich sehe die letzten Tage immer öfter Libellen an völlig unmöglichen Orten sitzen, während ich immer nur an unserem Teich auf sie eingestellt bin. Der Blaupfeil saß an einer Rose.

Hochsommer ist  . . .  wenn der Hibiskus blüht. So empfinde ich das immer. Heute habe ich die erste Hibiskusblüte im Garten entdeckt. Also – dann muss es jetzt doch was werden mit dem Sommer!

Hibiskisblüte weiß-rotDieser Hibiskus sitzt inzwischen eigentlich viel zu eng zwischen einem Bambus und einem Schneeballstrauch.
Aber er ist übervoll mit Blütenknospen. Es scheint ihn nicht zu stören.

HartriegelblüteAuch der panaschierte Hartriegel blüht – eine ganz unscheinbare Blüte, erst in der Vergrößerung sieht man,
dass sie im Grunde doch sehr hübsch ist.

Apropos verfolgt – kurz nach dem Schreck mit dem Blaupfeil fing  es plötzlich an den Füßen an zu kribbeln. Ich steckte barfuß in durchlöcherten Gartenclogs – und bei genauerem Hinsehen liefen mir Dutzende von Ameisen über die Füße und schon am Bein hoch. Mein Blumenbeet betrachtend stand ich in einem der in diesem Jahr zahllosen Ameisennester im Rasen. Ich habe einen Satz zurück gemacht, die Clogs von mir geschleudert und erstmal versucht alle Ameisen abzuschütteln. An sich wollte ich sowieso nicht mehr unbesockt in den Garten, der Gras- und Baummilben wegen. Aber immer denkt man doch nicht dran und heute ist es warm genug, um mal wieder auf Socken zu verzichten. So im Nachhinein denke ich mir, wäre es ja vielleicht eine gute Antirheumakur gewesen. Ameisensäure soll wahre Wunder wirken *gg*.

Ich bin, wie man an den Bildern unschwer erkennt, dann doch nochmal mit Kamera in den Garten, konnte aber am Teich nur noch eine Kleinlibelle entdecken, eine aus der Familie der Azurjungfern.

Azurjungfer

Große Pechlibelle (Ischnura elegans) – danke, liebe Edith!

Obwohl der Himmel heute wieder vorwiegend bedeckt und es erneut ziemlich stürmisch ist, sind doch viele Insekten unterwegs. Ich habe auch vom Schreibtisch aus inzwischen einige farbige Schmetterlinge durch den Garten fliegen sehen, nicht nur die allgegenwärtigen Kohlweißlinge. Aber selbst wenn sie sich irgendwo niederlassen, ist fotografieren an Pflanzen praktisch wegen des Windes nicht möglich. Es sei denn, man nimmt mit den vielen Hummel, Bienen und Schwebfliegen im Sommerblumenbeet vorlieb.

Hummel am SteppensalbeiWiesenhummel (Bombus pratorum) am Steppensalbei

Auffällig ist, dass die vielen Ameisennester im Rasen oft an kreisförmigen Ausbreitungsstellen der Gemeinen Braunelle zu finden sind. Dieses “Unkraut” hat sich dieses Jahr bei uns fast so schnell ausgebreitet wie der Klee.  Ich habe mir vorgenommen diese Stellen im Herbst auszustechen und dort Krokusse und Mininarzissen zu pflanzen. Beim sich flächig ausbreitenden Klee kann ich das vergessen.

Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass die Kleine Braunelle (Brunella vulgaris) auch zu den Heilkräutern gezählt werden kann. Sie besitzt unzählige pharmakologisch wirksame Inhaltsstoffe wie: Alkaloide, Ätherische Öle, Bitterstoffe, Cumarine, Cyanidine, Flavonoide, Gerbstoffe, Gerbsäure, Hyperosid, Kaempferol, Beta-Sitosterol und Stigmasterol. Bei Halsentzündungen kann man aus ihrem Kraut einen Tee bereiten und damit gurgeln. Ein Tee daraus soll auch gegen Bluthochdruck und gegen Magenkrämpfe helfen. Warum wusste ich das letzte Woche noch nicht? Die östrogenartigen Bestandteile sollen auch bei Frauenbeschwerden helfen (eventuell auch den Einsprung fördern – also Vorsicht!) Laborstudien haben gezeigt, dass das Polysaccharid Prunellin sogar gegen Herpes- und HIV Viren wirksam sein kann. Tja – bevor ich das Kraut im Rasen ausmerze – wird mir eh nicht gelingen – werde ich mal ein paar Blätter sammeln – das wird mühsam, weil die sehr klein sind – und für Tee trocknen. Gegen Halsentzündung kann man es ja mal ausprobieren.

Ach nee, es fängt mal wieder an zu regnen – na danke auch!

Ein Projekt von Barbara

Bei Barbaras Projekt geht es im Juni um Insekten. Bevor ich aus dem Archiv noch ein paar Bilder von Libellen hervorhole, muss ich euch erzählen, was ich heute im Garten entdeckt habe. Ameisen haben ein gutes Dutzend Nester dort. Die sehen aus wie Minimaulwurfshügel – unglaublich! Ich habe immer viele Ameisen im Garten und im letzten Jahr haben sie mir tatsächlich mit ihren Nestern auch Stauden kaputt gemacht, aber im Rasen? Und dann so viele? Da ich nicht vorhanden alle Nester unversehrt zu lassen – ein bisschen Rasen will ich gerne auch für mich behalten – habe ich mal eins aufgedeckt und ein Video gedreht.

Boah – nee – kribbelt es euch da auch überall?

NesthügelNesthügel – eins von den kleineren Nestern, etwa handtellergroß

Ameisennest

Und hier noch eine kleine Galerie aller Insekten, die ich in diesem Jahr bereits fotografiert habe

(reingeschmuggelthabe ich drei ältere: Distelfalter, Azurjungferpaarung und  den Bläuling).

Bitte das erste Bildchen anklicken, dann geht es in größer weiter.

Zu all dem Ameisengekrabbel schwärmten heute am Okrifteler Mainufer noch die Blattläuse – das war fürchterlich. Ich war dauernd mit den Händen am Wedeln. So etwas ähnliches habe ich mal im Taunus erlebt. Seitdem weiß ich, dass es spezielle weiße Fichtenblattläuse gibt.

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